Symptome bei MS: Übersicht und Orientierung

Depressionen bei MS: verstehen, erkennen und behandeln

Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Begleiterkrankungen bei Multipler Sklerose. Sie können Stimmung, Energie und Lebensqualität erheblich beeinflussen. Gleichzeitig werden depressive Symptome häufig übersehen oder als normale Reaktion auf die Erkrankung missverstanden. Erfahre, woran Du eine Depression erkennen kannst und wo Du Unterstützung findest.

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Lesezeit: 5 min

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Warum treten Depressionen bei MS häufiger auf?

Menschen mit Multipler Sklerose entwickeln häufiger Depressionen als Menschen ohne die Erkrankung. Dafür gibt es verschiedene Gründe: Die Diagnose selbst kann Sorgen um Beruf, Familie oder die Zukunft auslösen. Gleichzeitig können Entzündungen und Schädigungen im Gehirn Bereiche betreffen, die an Stimmung, Motivation und Gefühlen beteiligt sind. Auch andere MS-Symptome wie Fatigue, Schmerzen, Schlafstörungen oder körperliche Einschränkungen können die psychische Belastung erhöhen. Depressionen entstehen deshalb häufig durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. 1

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Gut zu wissen

Eine Depression ist keine Charakterschwäche und kein Zeichen mangelnder Willenskraft. Sie ist eine medizinisch anerkannte Erkrankung und kann behandelt werden.


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Woran erkennst Du eine Depression?

Jeder Mensch erlebt gelegentlich schlechte Tage. Von einer Depression sprechen Fachleute jedoch, wenn Beschwerden über mehrere Wochen bestehen bleiben und den Alltag deutlich beeinträchtigen. Typische Anzeichen sind eine anhaltend gedrückte Stimmung, Interessenverlust, Antriebslosigkeit und Konzentrationsprobleme. Viele Betroffene berichten außerdem über Grübeln, Schuldgefühle oder das Gefühl, keine Freude mehr empfinden zu können. Auch körperliche Beschwerden wie Schlafstörungen oder Appetitveränderungen können auftreten. 2


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Wie hängen Schlafstörungen und Depressionen zusammen?

Schlaf und Stimmung beeinflussen sich gegenseitig. Menschen mit Depressionen schlafen häufig schlechter. Gleichzeitig können anhaltende Schlafprobleme das Risiko für depressive Beschwerden erhöhen. Viele Menschen mit MS kennen Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen. Wer dauerhaft schlecht schläft, fühlt sich tagsüber oft erschöpft, weniger belastbar und emotional anfälliger. Deshalb sollten Schlafprobleme immer ernst genommen und ärztlich angesprochen werden. 3


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Wie können Depressionen den Verlauf der MS beeinflussen?

Studien zeigen, dass Depressionen die Lebensqualität deutlich beeinträchtigen können. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass psychische Begleiterkrankungen mit stärkeren körperlichen Einschränkungen verbunden sein können. 2 Ein möglicher Grund ist, dass depressive Symptome die Energie, Motivation und Aktivität verringern. Dadurch fällt es schwerer, Bewegung in den Alltag einzubauen, soziale Kontakte zu pflegen oder Therapien konsequent umzusetzen.


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Was kannst Du selbst für Deine psychische Gesundheit tun?

Auch wenn eine Depression professionelle Unterstützung erfordern kann, gibt es Maßnahmen, die Deine psychische Gesundheit im Alltag unterstützen können. Ein strukturierter Tagesablauf, regelmäßige Bewegung und soziale Kontakte können vielen Menschen helfen, Stabilität zu gewinnen. Ebenso wichtig sind ausreichend Erholung und kleine Aktivitäten, die Freude bereiten. Manche Betroffene profitieren zusätzlich von Achtsamkeitsübungen oder Entspannungstechniken. 2


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Warum sind soziale Kontakte wichtig bei Depressionen?

Depressive Symptome führen häufig dazu, dass Menschen sich zurückziehen. Gleichzeitig können soziale Kontakte eine wichtige Unterstützung sein. Du musst nicht jedem Menschen in Deinem Umfeld von Deinen Sorgen erzählen. Oft reicht es schon, mit einer vertrauten Person offen zu sprechen oder regelmäßige kleine Treffen einzuplanen. Auch Selbsthilfegruppen können dabei helfen, sich weniger allein zu fühlen. 4


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Wann solltest Du professionelle Hilfe suchen?

Wenn depressive Symptome länger als zwei Wochen anhalten, Dein Alltag deutlich eingeschränkt ist oder Du das Gefühl hast, nicht mehr allein zurechtzukommen, solltest Du professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen. Ansprechpersonen können Deine Neurologin oder Dein Neurologe, Deine Hausärztin oder Dein Hausarzt sowie Fachkräfte für Psychiatrie oder Psychotherapie sein. Gemeinsam lässt sich klären, welche Behandlung für Deine Situation geeignet ist.

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Wichtiger Hinweis

Wenn Du Suizidgedanken hast oder Dich akut gefährdet fühlst, wende Dich bitte umgehend an den Notruf 112 oder den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117.


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Häufige Fragen zu Depressionen bei MS

Ist eine Depression bei MS häufig?

Ja. Depressionen gehören zu den häufigsten psychischen Begleiterkrankungen bei Multipler Sklerose.

Wie unterscheidet sich eine Depression von Fatigue?

Fatigue zeigt sich vor allem durch starke körperliche und geistige Erschöpfung. Bei einer Depression stehen zusätzlich gedrückte Stimmung, Interessenverlust und negative Gedanken im Vordergrund. Beide Beschwerden können gleichzeitig auftreten.

Kann eine Depression behandelt werden?

Ja. Psychotherapie, Medikamente und unterstützende Maßnahmen können depressive Symptome häufig deutlich verbessern.

An wen kann ich mich zuerst wenden?

Eine gute erste Anlaufstelle sind Deine Neurologin oder Dein Neurologe sowie Deine Hausärztin oder Dein Hausarzt. Sie können weitere Unterstützung vermitteln.

Inhaltlich geprüft: M-DE-00031338


Quellenverzeichnis

  1. https://www.multiplesklerose.ch/PDF/de/Infoblaetter/03_Psychische_Aspekte/MS-Info_Depression.pdf, zuletzt abgerufen am 27.05.2026

  2. Hemmer B., Gehring K. et al. Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) und MOG-IgG-assoziierten Erkrankung (MOGAD), S2k-Leitlinie, 2026, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien, zuletzt abgerufen am 02.06.2026.

  3. Steiger A., Pawlowski M. Int. J. Mol. Sci. 2019, 20(3), 607. doi: 10.3390/ijms20030607

  4. Strober LB, Ngai K, Weber E. You've Got a Friend in Me: The Importance of a Confidant and Its Role on Health and Well-Being Among Women With Multiple Sclerosis. Int J MS Care. 2025;27(Q2):134-143. doi: 10.7224/1537-2073.2024-054.