Progression bei MS: Fortschreiten von Anfang an bremsen

MS schreitet nicht nur durch spürbare Schübe voran, sondern vor allem auch im Verborgenen. Damit haben sich auch die Anforderungen an die Therapie weiterentwickelt: nicht nur Schübe verhindern, sondern auch die schubunabhängige Progression bremsen.

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Lesezeit: 6 min

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Zusammenfassung

Das Wichtigste auf einen Blick

  • Multiple Sklerose ist eine fortschreitende Erkrankung; dieses Fortschreiten heißt Progression.
  • MS kann sich durch Schübe verschlechtern (RAW) und auch unabhängig davon (PIRA).
  • Weil dabei auch ohne spürbare Symptome Schäden im Nervensystem entstehen können, sind regelmäßige Kontrollen (z. B. MRT) wichtig.
  • Eine frühzeitige, hochwirksame Therapie kann helfen, die Progression zu verlangsamen.
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Was bedeutet Progression bei MS?

Progression bedeutet: Die Multiple Sklerose schreitet im Verlauf weiter fort. Dabei nehmen Schäden an Nerven zu und Beeinträchtigungen können sich mit der Zeit verstärken. Wichtig ist: Progression beschreibt das Fortschreiten selbst – unabhängig davon, ob Du gerade einen Schub erlebst o


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Wie schreitet die MS voran?

Die MS kann auf zwei Arten fortschreiten: abhängig und unabhängig von MS-Schüben: 1 , 2

Schubabhängige Progression (RAW)

Bei der schubabhängigen Progression bilden sich die MS-Symptome nach einem MS-Schub nicht vollständig zurück und verschlechtern sich dauerhaft. Der Fachbegriff dafür lautet Relapse-Associated Worsening (= schub-bedingte Verschlechterung), kurz RAW.

Schubunabhängige Progression (PIRA)

t3://record?identifier=glossary&uid=34Bei der schubunabhängigen Progression verschlechtert sich die MS schleichend und unabhängig von MS-Schüben. Fachleute sprechen von Progression Independent of Relapse Activity (= Fortschreiten unabhängig von Schubaktivität), kurz PIRA. Da das Fortschreiten der MS hier häufig zunächst unbemerkt verläuft, spricht man auch von „stiller Progression“. Gemeinsam tragen MS-Schübe und die stille Progression zur Verschlechterung der MS im Krankheitsverlauf bei. 1 , 2

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Wichtig zu wissen: Bei allen Verlaufsformen kann die Multiple Sklerose im Verborgenen fortschreiten. Das bedeutet, dass nicht nur bei der vermeintlich progredienten MS-Verlaufsform eine stille Progression auftritt, sondern auch bei der schubförmigen MS – und das bereits früh im Krankheitsverlauf. 1 , 2 Die MS kann auch zwischen zwei Schüben unbemerkt fortschreiten. Die Schübe addieren sich auf die stille Progression. 

Studien zeigen, dass etwa 80 bis 90 % der zunehmenden Beeinträchtigung bei MS auf die schubunabhängige Progression zurückgehen. 1 , 2


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Was bedeutet stille Progression bei MS für mich?

Stille Progression bedeutet für Dich, dass die Multiple Sklerose im Verborgenen aktiv sein kann, ohne dass Du es direkt bemerkst. Du kannst Dich also stabil fühlen und dennoch kann die MS Veränderungen im Nervensystem verursachen, die langfristig Beschwerden verstärken können. Nur die Spitze des Eisbergs: Nicht alle Krankheitsaktivität ist unmittelbar spürbar. 


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Was bedeutet stille Progression für die Behandlung meiner MS?

Das Fortschreiten der Multiplen Sklerose im Verborgenen beginnt oft früh im Krankheitsverlauf. Eine hochwirksame MS-Therapie früh nach der Diagnose kann helfen, die Krankheitsaktivität zu kontrollieren und die stille Progression zu bremsen. Wichtig ist auch, den Verlauf Deiner MS immer im Blick zu haben.


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Wie wird stille Progression bei MS festgestellt?

Regelmäßige MRT-Kontrollen und neurologische Untersuchungen sind zentrale Bausteine der Verlaufskontrolle. Ergänzend können – je nach Situation – die Bestimmung des Biomarkers NfL im Blut und standardisierte Tests zur Messung der Krankheitsprogression hilfreich sein. So kannst Du gemeinsam mit Deinem Behandlungsteam schnell reagieren, wenn Deine MS-Therapie nicht die gewünschte Wirkung zeigt.

Ziel ist es, die Progression der Multiplen Sklerose früh zu bremsen und Deine Lebensqualität bestmöglich zu erhalten.


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FAQ

1. Bedeuten weniger MS-Schübe, dass meine MS gut kontrolliert ist?

Nicht unbedingt. Weniger oder keine Schübe zeigen nur einen Teil der Krankheitsaktivität. Die Multiple Sklerose kann trotzdem im Hintergrund weiter aktiv sein und fortschreiten (stille Progression). Deshalb reicht es nicht aus, nur auf Schübe zu achten, sondern wichtig ist auch, regelmäßige Kontrolluntersuchungen wahrzunehmen.

2. Woran merke ich im Alltag, dass meine MS auch ohne Schübe schlimmer wird?

Typisch sind schleichende Veränderungen, zum Beispiel mehr Erschöpfung oder Konzentrationsprobleme. Da sich diese meist langsam entwickeln, bemerkst Du sie im Alltag oft erst spät. Das Dokumentieren Deiner Beschwerden mit MS-Apps wie Brisa® kann Dir helfen, auch kleine Veränderungen aufzuspüren. Außerdem sind regelmäßige Kontrolluntersuchungen wichtig.

3. Wann sollte ich mit meiner Ärztin oder meinem Arzt über einen Therapiewechsel bei MS sprechen?

Wenn neue Symptome auftreten, sich bestehende Beschwerden verschlechtern oder Kontrolluntersuchungen Hinweise auf Krankheitsaktivität zeigen, solltest Du das mit Deinem Behandlungsteam besprechen. Auch wenn Du das Gefühl hast, dass sich Deine MS schleichend verändert, lohnt sich das Gespräch. Gemeinsam könnt Ihr prüfen, ob Deine aktuelle Therapie noch gut passt.

4. Wie oft sollte meine MS kontrolliert werden, wenn ich mich eigentlich gut fühle?

Auch wenn Du Dich stabil fühlst, sind regelmäßige Kontrollen wichtig. MRT-Untersuchungen erfolgen zum Beispiel etwa einmal pro Jahr, manchmal auch häufiger – zum Beispiel nach Therapiebeginn oder -wechsel. Wie oft Kontrollen sinnvoll sind, hängt von Deiner individuellen Situation ab und wird gemeinsam mit Deinem Behandlungsteam festgelegt.

5. Kann ich die Progression der MS stoppen?

Ein vollständiger Stopp der MS-Progression ist in der Regel aktuell nicht möglich. Welche MS-Therapie geeignet ist, hängt von der individuellen Krankheitsaktivität und persönlichen Situation ab. Eine hochwirksame MS-Therapie direkt nach der Diagnose kann dazu beitragen, die Krankheitsaktivität zu reduzieren.

Inhaltlich geprüft: M-DE-00030521


Quellenverzeichnis

  1. Kappos, L et al. JAMA Neurol. 2020;77:1.

  2. Tur, C et al. JAMA Neurol. 2023;80:151.


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