Symptome bei MS: Übersicht und Orientierung

Bewegungsstörungen bei MS: Spastik, Ataxie und Tremor

Steife Muskeln, ein unsicherer Gang oder zitternde Hände – viele Menschen mit MS kennen solche Situationen. Hinter diesen Bewegungsstörungen können eine Spastik, eine Ataxie oder ein Tremor stecken. Die Beschwerden können den Alltag erschweren, lassen sich aber oft gezielt behandeln.

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Was sind Bewegungsstörungen bei MS?

Bewegungsstörungen entstehen, wenn Bewegungen nicht mehr so flüssig und kontrolliert ablaufen wie gewohnt. Bei Multipler Sklerose können Entzündungen und Nervenschäden die Signalübertragung zwischen Gehirn, Rückenmark und Muskeln beeinträchtigen. Dadurch fällt es manchen Betroffenen schwerer zu gehen, Gegenstände sicher zu greifen oder Bewegungen präzise auszuführen.

Zu den häufigsten Bewegungsstörungen bei MS zählen Spastik, Ataxie und Tremor. Sie können einzeln oder gemeinsam auftreten und sich unterschiedlich stark auf den Alltag auswirken.


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Was ist eine Spastik?

Bei einer Spastik ist die Muskelspannung dauerhaft erhöht. Die Muskeln fühlen sich steif an und lassen sich oft nur schwer bewegen. Häufig sind Beine oder Arme betroffen. Zusätzlich können schmerzhafte Muskelkrämpfe auftreten.

Die erhöhte Muskelspannung kann alltägliche Aktivitäten erschweren. Dazu gehören Gehen, Treppensteigen, Anziehen oder die Körperpflege. Auch Schlafprobleme können auftreten, wenn Schmerzen oder Krämpfe die Nachtruhe stören. 1 , 2


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Was sind Ataxie und Tremor?

Ataxie und Tremor gehören zu den häufigsten Koordinationsstörungen bei MS. Beide entstehen durch Störungen in den Bereichen des Nervensystems, die Bewegungen steuern und koordinieren.

Was ist Ataxie?

Bei einer Ataxie ist das Zusammenspiel verschiedener Muskelgruppen gestört. Bewegungen wirken dadurch ungenau oder unkoordiniert. Betroffene berichten häufig über einen unsicheren Gang, Gleichgewichtsprobleme oder Schwierigkeiten bei feinmotorischen Tätigkeiten. Sind Sprach- oder Augenmuskeln betroffen, können zusätzlich Sprech- oder Sehstörungen auftreten. 1 , 3

Was ist Tremor?

Ein Tremor bezeichnet ein unwillkürliches Zittern. Besonders häufig betrifft er Hände und Arme. Das Zittern kann Tätigkeiten wie Schreiben, Essen oder Zähneputzen erschweren. Je nach Ausprägung kann ein Tremor die Selbstständigkeit im Alltag deutlich beeinträchtigen. 1 , 3


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Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei Bewegungsstörungen bei MS?

Die Behandlung richtet sich danach, welche Beschwerden im Vordergrund stehen und wie stark sie den Alltag beeinträchtigen. Häufig werden verschiedene Maßnahmen kombiniert.

Neben Medikamenten spielen Physiotherapie, Ergotherapie und Hilfsmittel eine wichtige Rolle. Ziel ist es, Beweglichkeit zu erhalten, Schmerzen zu reduzieren und die Selbstständigkeit möglichst lange zu fördern. 1-3


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Wie helfen Physiotherapie und Ergotherapie?

Physiotherapie kann helfen, Beweglichkeit, Kraft, Gleichgewicht und Koordination zu verbessern. Regelmäßige Übungen unterstützen dabei, Muskelverkürzungen vorzubeugen und die Folgen einer Spastik zu verringern. 1-3

Ergotherapie konzentriert sich auf den Alltag. Gemeinsam mit Therapeutinnen und Therapeuten können Bewegungsabläufe trainiert und Strategien entwickelt werden, um alltägliche Aufgaben leichter zu bewältigen. 1-3


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Welche Rolle spielen Medikamente und Hilfsmittel?

Bei stärker ausgeprägter Spastik können Medikamente eingesetzt werden, um die Muskelspannung zu reduzieren. Welche Behandlung infrage kommt, hängt von den individuellen Beschwerden ab.

Hilfsmittel können zusätzlich unterstützen. Dazu zählen beispielsweise Orthesen, Gehstöcke, Unterarmgehstützen oder Rollatoren. Auch spezielle Bestecke, Griffverdickungen oder rutschfeste Unterlagen können den Alltag erleichtern. 1-3


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Wie beeinflussen Stress und Erschöpfung die Beschwerden?

Viele Menschen mit MS beobachten, dass sich Ataxie oder Tremor bei Stress, Aufregung oder Erschöpfung verstärken. Auch Schlafmangel kann Beschwerden verschlimmern. Entspannungstechniken, ausreichende Erholung und ein bewusster Umgang mit Belastungen können helfen, die Symptome besser zu kontrollieren und den Alltag leichter zu bewältigen.


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Checkliste: Was kannst Du selbst bei Bewegungsstörungen bei MS tun?

Du bist Bewegungsstörungen nicht hilflos ausgeliefert. Gemeinsam mit Deinem Behandlungsteam kannst Du verschiedene Maßnahmen nutzen, um Deine Mobilität zu erhalten.

1. Veränderungen frühzeitig ansprechen:

Sprich mit Deinem Behandlungsteam, wenn neue Beschwerden auftreten oder sich bestehende Symptome verschlechtern.

2. Regelmäßig bewegen:

Individuell angepasste Bewegung kann Kraft, Gleichgewicht und Koordination unterstützen.

3. Übungen konsequent durchführen:

Physiotherapeutische Übungen wirken am besten, wenn sie regelmäßig durchgeführt werden.

4. Hilfsmittel rechtzeitig nutzen:

Hilfsmittel können Sicherheit geben und helfen, Selbstständigkeit zu erhalten.

5. Erschöpfung vermeiden:

Plane ausreichend Pausen ein und achte auf Warnsignale Deines Körpers.

6. Unterstützung annehmen:

Angehörige, Therapeutinnen und Therapeuten sowie Selbsthilfegruppen können wichtige Unterstützung bieten.

Inhaltlich geprüft: M-DE-00031070


Quellenverzeichnis

  1. Hemmer B., Gehring K. et al. Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) und MOG-IgG-assoziierten Erkrankung (MOGAD), S2k-Leitlinie, 2026, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien, zuletzt abgerufen am 02.06.2026.

  2. https://www.amsel.de/multiple-sklerose/behandeln/die-symptomatische-therapie-der-ms/spastik/, zuletzt abgerufen am 27.05.2026.

  3. https://www.amsel.de/multiple-sklerose/behandeln/die-symptomatische-therapie-der-ms/ataxie-tremor/, zuletzt abgerufen am 27.05.2026.