MS einfach erklärt

Lebensstil und MS-Risiko: Was kannst Du beeinflussen?

Das MS-Risiko beschreibt die Wahrscheinlichkeit, im Laufe des Lebens an Multipler Sklerose zu erkranken. Niemand ist selbst schuld an MS. Aber es gibt Lebensstilfaktoren, die das Risiko für Multiple Sklerose und deren Verlauf beeinflussen können. Hier erfährst Du, welche Zusammenhänge gut belegt sind, wo die Forschung noch offen ist und was Du selbst für Deine Gesundheit tun kannst.

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Was hat der Lebensstil mit MS zu tun?

Multiple Sklerose entsteht nicht durch einen einzelnen Auslöser. Fachleute gehen davon aus, dass viele Faktoren zusammenwirken: unter anderem Infektionen, genetische Veranlagung, Umweltfaktoren und der Lebensstil. Lebensstilfaktoren sind dabei besonders interessant, weil sich einige von ihnen beeinflussen lassen.


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Welche Lebensstilfaktoren können das Risiko für MS beeinflussen?

Lebensstilfaktoren stehen im Verdacht, das Risiko für Multiple Sklerose zu beeinflussen. Dazu zählen vor allem:

  • Rauchen
  • Übergewicht/Adipositas
  • Ernährung
  • Vitamin-D-Status
  • Bewegung
  • Stress

Besonders gut belegt ist Rauchen als Risikofaktor für MS. Auch Übergewicht, Bewegungsmangel, eine unausgewogene Ernährung, ein niedriger Vitamin-D-Spiegel oder chronischer Stress werden im Zusammenhang mit MS untersucht. 1

Wichtig ist aber: Ein Lebensstilfaktor ist keine alleinige Ursache für Multiple Sklerose. Auch wer raucht, zu wenig Vitamin D hat oder übergewichtig ist, bekommt nicht automatisch MS. Und umgekehrt können Menschen eine Multiple Sklerose entwickeln, obwohl sie sehr gesund leben.


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Erhöht Rauchen das Risiko für MS?

Rauchen gilt als wichtiger beeinflussbarer Risikofaktor für Multiple Sklerose: Menschen, die rauchen, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an MS zu erkranken. Außerdem gibt es Hinweise, dass Rauchen auch den Verlauf der Erkrankung ungünstig beeinflussen kann. 2

Ein möglicher Zusammenhang: Tabakrauch enthält Stoffe, die Entzündungen fördern und das Immunsystem verändern können. 2 Und bei Multipler Sklerose führt ein fehlgeleitetes Immunsystem zu Entzündungen im zentralen Nervensystem, die langfristig die Nerven schädigen.

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Gut zu wissen

Ein Rauchstopp lohnt sich immer! Nach der MS-Diagnose kann er den Verlauf Deiner MS positiv beeinflussen 2 und das Risiko für andere Erkrankungen verringern.


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Kann die Ernährung das MS-Risiko beeinflussen?

Eine gesunde Ernährung kann tatsächlich das Risiko für Multiple Sklerose senken. 2 So legen Studien nahe, dass insbesondere eine mediterrane Ernährung mit einem geringeren MS-Risiko verbunden ist. 3 , 4 Hintergrund könnte die antientzündliche Wirkung dieser Ernährungsweise sein. 4

Die anti-entzündliche Wirkung bestimmter Lebensmittel könnte sich auch positiv auf den Verlauf der Multiplen Sklerose auswirken. So zeigte sich in einer Studie, dass eine überwiegend mediterrane Ernährung mit weniger MS-bedingter Behinderung sowie mit einer geringen Abnahme des Hirnvolumens verbunden war. 5


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Erhöhen Übergewicht und Adipositas das Risiko für MS?

Übergewicht und Adipositas können das Risiko für Multiple Sklerose erhöhen – besonders, wenn sie bereits in Kindheit oder Jugend bestehen. Adipositas ist dabei mehr als „ein paar Kilo zu viel“: Sie beschreibt starkes Übergewicht, das den Stoffwechsel und das Immunsystem beeinflussen kann.

Ein möglicher Zusammenhang: Fettgewebe kann entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzen und so das Immunsystem dauerhaft aktivieren. Da MS eine chronisch-entzündliche Erkrankung ist, könnten solche Prozesse eine Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf spielen. Auch ein niedriger Vitamin-D-Spiegel, der bei Menschen mit Adipositas häufiger vorkommen kann, wird mit einem erhöhten MS-Risiko in Verbindung gebracht. 2

Wichtig ist aber: Übergewicht oder Adipositas sind keine alleinige Ursache für MS. Auch Menschen mit Normalgewicht können Multiple Sklerose bekommen. Umgekehrt erkranken viele Menschen mit Übergewicht nie an MS. Ein gesundes Gewicht kann dennoch Deine allgemeine Gesundheit stärken und weitere Risikofaktoren positiv beeinflussen.


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Hilft Bewegung dabei, MS vorzubeugen?

Ob Bewegung das Risiko für MS direkt senken kann, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt. Studien konnten bislang keinen eindeutigen Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und dem MS-Risiko feststellen. 6

Für Menschen mit MS gilt jedoch: Sport kann sich nachweislich günstig auf den Krankheitsverlauf der Multiplen Sklerose auswirken und die Lebensqualität steigern. 7


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Kann Stress MS auslösen?

Es gibt derzeit keine eindeutigen wissenschaftlichen Belege dafür, dass Stress das Risiko für MS erhöht. Chronischer Stress kann sich aber bei Menschen mit MS negativ auf die Erkrankung auswirken. So kann dauerhafter Stress die Symptome verstärken, zu häufigeren MS-Schüben führen und zum Fortschreiten der Erkrankung beitragen. 8 , 9

Umso wichtiger ist es für Menschen mit MS, Belastungen ernst zu nehmen und Wege zu finden, um mit Stress besser umzugehen. Entspannungstechniken, bewusste Pausen und soziale Unterstützung können im Alltag helfen. Auch regelmäßige Bewegung kann helfen, Stress abzubauen und resilienter zu werden. 10


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FAQ

1. Bin ich selbst schuld, wenn ich MS bekomme?

Nein. Niemand ist selbst schuld an MS. Die Erkrankung entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel verschiedener Faktoren. Der Lebensstil kann das Risiko mitbeeinflussen, aber viele Faktoren lassen sich nicht steuern.

2. Gibt es eine Anti-MS-Diät?

Nein. Es gibt keine Ernährung, die MS sicher verhindert. Eine ausgewogene Ernährung kann aber den Krankheitsverlauf günstig beeinflussen und Deine allgemeine Gesundheit unterstützen.

3. Ich lebe gesund und bekomme trotzdem MS – wie kann das sein?

Weil der Lebensstil nur einen Teil des Risikos ausmacht. Genetische Veranlagung, Infektionen und Umweltfaktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Ein gesunder Lebensstil ist dennoch sinnvoll, weil er die allgemeine Gesundheit, den Verlauf der MS und Dein Wohlbefinden günstig beeinflussen kann.

4. Bekomme ich durch Rauchen automatisch MS?

Nein. Rauchen gehört aber zu den am besten belegten beeinflussbaren Risikofaktoren für Multiple Sklerose und erhöht das Erkrankungsrisiko deutlich. Umgekehrt können auch Menschen, die nie geraucht haben, an MS erkranken. Ein Rauchstopp lohnt sich immer, weil er das Risiko für MS und viele weitere Erkrankungen senken kann.

5. Gibt es Nahrungsergänzungsmittel, die mein MS-Risiko senken?

Nach derzeitigem Wissensstand gibt es keine Nahrungsergänzungsmittel, die einer MS vorbeugen können. Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel wird mit einem erhöhten MS-Risiko in Verbindung gebracht. Ob eine Supplementierung therapeutisch wirksam ist, ist jedoch nicht wissenschaftlich belegt. Die Einnahme von Ergänzungsmitteln sollte immer ärztlich abgeklärt werden.

6. Welche Rolle spielt Vitamin D bei MS?

Ein niedriger Vitamin-D-Spiegel wird mit einem erhöhten MS-Risiko in Verbindung gebracht. Ob die Einnahme von Vitamin D einer MS vorbeugen oder den Verlauf beeinflussen kann, ist jedoch nicht eindeutig belegt.

7. Erhöht Übergewicht das Risiko für MS?

Übergewicht, besonders in Kindheit und Jugend, kann das Risiko für MS erhöhen. Es ist aber keine alleinige Ursache für Multiple Sklerose. Auch Menschen mit Normalgewicht können MS bekommen.

8. Kann Bewegung das MS-Risiko senken?

Regelmäßige Bewegung kann die allgemeine Gesundheit stärken und Übergewicht vorbeugen. Ob Bewegung allein das MS-Risiko senkt, ist jedoch nicht eindeutig belegt. Bei bestehender MS kann körperliche Aktivität das Wohlbefinden und den Verlauf positiv unterstützen.

9. Kann Stress MS auslösen?

Stress gilt nicht als alleinige Ursache für Multiple Sklerose. Anhaltender Stress kann den Körper aber belasten und das Wohlbefinden beeinflussen. Deshalb kann es hilfreich sein, Strategien zur Stressbewältigung in den Alltag einzubauen.

Inhaltlich geprüft: M-DE-00031064


Quellenverzeichnis

  1. https://www.amsel.de/multiple-sklerose-news/medizin/multiple-sklerose-und-lifestyle/, zuletzt abgerufen am 02.05.2026.

  2. Vitturi BK, Cellerino M, Boccia D et al. Environmental risk factors for multiple sclerosis: a comprehensive systematic review and meta-analysis. J Neurol. 2025;272:513. doi: 10.1007/s00415-025-13248-0.

  3. Black LJ, Baker K, Ponsonby AL et al. Ausimmune Investigator Group. A Higher Mediterranean Diet Score, Including Unprocessed Red Meat, Is Associated with Reduced Risk of Central Nervous System Demyelination in a Case-Control Study of Australian Adults. J Nutr. 2019;149(8):1385-1392. doi: 10.1093/jn/nxz089.

  4. Ratti S, Eke H, Cantarutti A, Bonn SE et al. Mediterranean diet and risk of multiple sclerosis: A prospective cohort study. Mult Scler. 2026;32(1):61-68. doi: 10.1177/13524585251396408. 

  5. Katz Sand I, Levy S, Fitzgerald K et al. Mediterranean diet is linked to less objective disability in multiple sclerosis. Mult Scler. 2023;29(2):248-260. doi: 10.1177/13524585221127414.

  6. Dorans KS, Massa J, Chitnis T et al. Physical activity and the incidence of multiple sclerosis. Neurology. 2016;87(17):1770-1776. doi: 10.1212/WNL.0000000000003260.

  7. Kalb R, Brown TR, Coote S et al. Exercise and lifestyle physical activity recommendations for people with multiple sclerosis throughout the disease course. Mult Scler. 2020 Oct;26(12):1459-1469. doi: 10.1177/1352458520915629.

  8. Yi X, Zhang Y, Du Q et al. Global prevalence of fatigue in patients with multiple sclerosis: a systematic review and meta-analysis. Front Neurol. 2024;15:1457788. doi: 10.3389/fneur.2024.1457788.

  9. Weygandt M, Meyer-Arndt L, Behrens JR, Wakonig K, Bellmann-Strobl J, Ritter K, Scheel M, Brandt AU, Labadie C, Hetzer S, Gold SM, Paul F, Haynes JD. Stress-induced brain activity, brain atrophy, and clinical disability in multiple sclerosis. Proc Natl Acad Sci U S A. 2016;113(47):13444-13449. doi: 10.1073/pnas.1605829113.

  10. https://hirnstiftung.org/chronischer-stress/, zuletzt abgerufen am 02.05.2026.