MS-Diagnose verstehen: Schritt für Schritt zu Klarheit

Was sind die Ursachen von MS?

Nach heutigem Wissensstand entsteht Multiple Sklerose durch das Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren. Dazu zählen Infektionen, genetische Veranlagung, Umweltfaktoren und der Lebensstil. Welche Rolle spielt das Epstein-Barr-Virus? Wie stark beeinflussen Gene das Risiko? Und welche weiteren Faktoren können das MS-Risiko erhöhen?

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Lesezeit: 6 min

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Warum entsteht MS?

Die genauen Ursachen von Multipler Sklerose sind noch nicht vollständig geklärt. Heute ist jedoch bekannt, dass sie durch das Zusammenspiel mehrerer Risikofaktoren entsteht. Zu den wichtigsten Faktoren, die mit der Entstehung von MS in Verbindung gebracht werden, zählen:

  • Infektionen mit bestimmten Viren oder Bakterien
  • genetische Veranlagung
  • Umweltfaktoren
  • Lebensstil

Keiner dieser Faktoren allein reicht aus, um MS auszulösen. Erst das Zusammenwirken mehrerer Einflüsse trägt dazu bei, dass die Erkrankung entsteht.


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Welche Rolle spielen Infektionen bei der Entstehung von MS?

Infektionen können an der Entstehung von MS beteiligt sein. Besonders gut belegt ist der Zusammenhang mit dem Epstein-Barr-Virus (EBV).

Das Epstein-Barr-Virus ist der Erreger des Pfeifferschen Drüsenfiebers. Eine Infektion erhöht das Risiko für Multiple Sklerose erheblich. 1 Dabei scheint eine Ansteckung mit dem Virus auch Voraussetzung für die Entstehung zu sein. Gleichzeitig reicht eine EBV-Infektion allein nicht aus, um MS zu verursachen. Denn etwa 95 Prozent aller Erwachsenen tragen das Virus in sich, aber nur ein kleiner Teil erkrankt später an MS. 1

Deshalb gilt EBV nicht als alleinige Ursache, aber als entscheidender Baustein bei der Entstehung von Multipler Sklerose.


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Welche Rolle spielen Gene als Ursache für MS?

Bestimmte Gene können das Risiko für MS erhöhen. Große Studien zeigen, dass einige genetische Varianten mit dem Auftreten von MS zusammenhängen. Viele dieser Gene beeinflussen das Immunsystem. Die genetische Veranlagung allein reicht aber nicht aus, um eine MS auszulösen. 2

MS ist also keine klassische Erbkrankheit und steht einem Kinderwunsch nicht im Weg. Etwa drei Prozent aller Kinder, deren Vater oder Mutter an MS erkrankt ist, entwickeln selbst eine MS. 3


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Welche Umweltfaktoren sind an der Entstehung der MS beteiligt?

Umweltfaktoren können das MS-Risiko beeinflussen, vor allem wenig Sonnenlicht und niedrige Vitamin-D-Werte. So tritt Multiple Sklerose tendenziell häufiger in Ländern auf, die weiter vom Äquator entfernt liegen.

Sonnenlicht hilft unserem Körper dabei, Vitamin D zu bilden. Daher haben Menschen, die in Regionen mit weniger Sonneneinstrahlung leben, häufig niedrigere Vitamin-D-Werte. Studien zeigen, dass ein niedriger Vitamin-D-Spiegel mit einem erhöhten MS-Risiko verbunden ist. 2

Das bedeutet nicht, dass ein Vitamin-D-Mangel allein MS verursacht. Er kann aber ein weiterer Faktor sein, der das Risiko beeinflusst.


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Welche Rolle spielt der Lebensstil bei der Entstehung von MS?

Auch der Lebensstil kann das Risiko für MS mitbestimmen. Als gesicherter Risikofaktor für Multiple Sklerose gilt das Rauchen.

Darüber hinaus wird untersucht, welchen Einfluss Ernährung, Übergewicht und körperliche Aktivität auf die Entstehung und den Verlauf der Erkrankung haben. Nicht alle dieser Zusammenhänge sind bereits eindeutig geklärt.

Risikofaktoren der MS 

Wichtig zu wissen: Manche Risikofaktoren, etwa das Rauchen, lassen sich beeinflussen. Andere, wie die genetische Veranlagung, nicht.


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FAQ

1. Ist MS ansteckend?

Nein. Multiple Sklerose ist nicht ansteckend und kann nicht von Mensch zu Mensch übertragen werden. Auch wenn Infektionen wie das Epstein-Barr-Virus bei der Entstehung eine Rolle spielen können, bedeutet das nicht, dass MS selbst übertragbar ist.

2. Ist MS erblich?

MS ist keine klassische Erbkrankheit. Bestimmte Gene können das Risiko erhöhen, aber sie lösen die Multiple Sklerose nicht allein aus. Auch wenn ein Elternteil an MS erkrankt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass Kinder ebenfalls betroffen sein werden.

3. Kann Stress MS auslösen?

Stress gilt nach heutigem Wissensstand nicht als direkte Ursache von MS. Die Erkrankung entsteht vermutlich durch das Zusammenspiel mehrerer Faktoren. Stress kann aber als belastend erlebt werden und bestehende Beschwerden verstärken.

4. Kann man MS vorbeugen?

Eine sichere Vorbeugung gibt es nicht, weil die genaue Ursache von MS nicht vollständig geklärt ist. Es kann jedoch sinnvoll sein, bekannte Risikofaktoren möglichst zu reduzieren – zum Beispiel nicht zu rauchen und insgesamt auf einen gesunden Lebensstil zu achten. 

5. Bekommt man nach einer EBV-Infektion automatisch MS?

Nein. Sehr viele Menschen infizieren sich im Laufe ihres Lebens mit dem Epstein-Barr-Virus, aber nur ein kleiner Teil erkrankt an MS. Das zeigt, dass für die Entstehung weitere Faktoren hinzukommen müssen.

6. Habe ich etwas falsch gemacht, wenn ich an MS erkranke?

Nein. MS entsteht durch das Zusammenspiel verschiedener biologischer und äußerer Faktoren. Niemand ist selbst schuld an der Erkrankung.

Inhaltlich geprüft: M-DE-00030102


Quellenverzeichnis

  1. Bjornevik K, Cortese M, Healy BC et al. Longitudinal analysis reveals high prevalence of Epstein-Barr virus associated with multiple sclerosis. Science. 2022;375:296-301. doi: 10.1126/science.abj8222.

  2. Vitturi BK, Cellerino M, Boccia D et al. Environmental risk factors for multiple sclerosis: a comprehensive systematic review and meta-analysis. J Neurol. 2025;272:513. doi: 10.1007/s00415-025-13248-0.

  3. https://www.amsel.de/multiple-sklerose/#c1001211, zuletzt abgerufen am 26.02.2026.