Symptome bei MS: Übersicht und Orientierung

Uhthoff-Phänomen und Pseudoschub bei MS: verstehen und handeln

Vielleicht kennst Du das: An heißen Tagen, bei Fieber oder nach dem Sport fühlen sich Deine MS-Symptome plötzlich stärker an. Das kann verunsichern – besonders, wenn Du Angst vor einem neuen Schub hast. Häufig steckt jedoch keine neue Entzündung dahinter, sondern eine vorübergehende Verschlechterung durch erhöhte Körpertemperatur. Erfahre, was das Uhthoff-Phänomen und ein Pseudoschub sind, woran Du sie erkennst und was Dir im Alltag helfen kann.

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Was ist das Uhthoff-Phänomen?

Das Uhthoff-Phänomen ist eine vorübergehende Verschlechterung von MS-Symptomen durch eine erhöhte Körpertemperatur. Typische Auslöser sind Sommerhitze, Fieber, körperliche Anstrengung, Sauna oder heiße Bäder. Medizinisch wird das Uhthoff-Phänomen häufig als Form eines Pseudoschubs eingeordnet. Das bedeutet: Die Beschwerden können sich wie ein Schub anfühlen, entstehen aber nicht durch neue Entzündungsherde im zentralen Nervensystem. 1


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Welche Auslöser können ein Uhthoff-Phänomen begünstigen?

Alles, was die Körpertemperatur erhöht, kann ein Uhthoff-Phänomen auslösen oder verstärken. Dazu gehören hohe Außentemperaturen, direkte Sonneneinstrahlung, Fieber, Infekte, Sport oder andere körperliche Belastung. Auch heiße Bäder, Sauna, sehr warme Duschen oder schlecht gelüftete Räume können Beschwerden verstärken. Bei manchen Menschen reichen schon kleine Temperaturveränderungen aus, bei anderen treten Symptome erst bei stärkerer Belastung auf. 2


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Welche Symptome können sich bei Hitze verstärken?

Beim Uhthoff-Phänomen werden meist bereits bekannte MS-Symptome stärker. Welche Beschwerden auftreten, hängt davon ab, welche Nervenbahnen bei Dir betroffen sind. Häufig berichten Betroffene über Fatigue, Konzentrationsprobleme, verschwommenes Sehen, Kribbeln, Taubheitsgefühle, Gangunsicherheit, Muskelschwäche oder eine verstärkte Spastik. Auch das Gefühl, ein Bein schlechter anheben zu können oder insgesamt unsicherer zu sein, kann auftreten. 1

Typisch ist, dass die Beschwerden mit Abkühlung und Ruhe wieder zurückgehen. Wenn Symptome neu sind, ungewohnt stark ausfallen oder nicht abklingen, sollte Dein Behandlungsteam sie einordnen. 1 , 3


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Worin unterscheiden sich Pseudoschub und echter MS-Schub?

Ein Pseudoschub und ein echter MS-Schub können sich im Alltag ähnlich anfühlen. Die Unterscheidung ist wichtig, weil die Behandlung unterschiedlich ist. Bei einem Pseudoschub gibt es häufig einen erkennbaren Auslöser, zum Beispiel Hitze, Fieber, Infekt oder Überlastung. Die Beschwerden bessern sich meist, wenn dieser Auslöser wegfällt. Eine neue Entzündungsaktivität liegt dabei nicht vor.

Bei einem echten MS-Schub treten neue oder deutlich verstärkte neurologische Symptome auf, die mindestens 24 Stunden anhalten und nicht durch Fieber, Infekt oder Überwärmung erklärbar sind. Dahinter kann neue Entzündungsaktivität stehen, die ärztlich beurteilt und gegebenenfalls behandelt werden muss. 4


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Welche Rolle spielen Infekte und Fieber bei Pseudoschüben?

Infekte sind ein häufiger Auslöser für Pseudoschübe. Fieber erhöht die Körpertemperatur und kann dadurch die Reizweiterleitung in vorgeschädigten Nervenbahnen zusätzlich erschweren. Auch ohne hohes Fieber kann ein Infekt den Körper belasten und bestehende MS-Symptome verstärken.

Harnwegsinfekte, Atemwegsinfekte oder andere Entzündungen sollten deshalb ernst genommen werden. Wenn Du Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen, starkes Krankheitsgefühl oder ungewöhnliche Beschwerden bemerkst, solltest Du ärztlichen Rat einholen.


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Was hilft bei MS bei Hitze und Uhthoff-Phänomen im Alltag?

Bei Hitze geht es vor allem darum, Deine Körpertemperatur möglichst stabil zu halten. Suche kühle Räume auf, meide direkte Sonne und plane körperlich anstrengende Tätigkeiten eher morgens oder abends. Auch regelmäßige Pausen können helfen, bevor Deine Kräfte vollständig aufgebraucht sind. 3

Kühlhilfen können den Alltag erleichtern. Dazu gehören Kühlwesten, Kühltücher, kalte Fußbäder, feuchte Waschlappen oder leichte, atmungsaktive Kleidung. Manche Betroffene profitieren auch davon, Termine an heißen Tagen zu reduzieren und sich bewusst mehr Ruhe einzuplanen. 3 , 5-7

Ausreichend Trinken ist ebenfalls wichtig. Am besten eignen sich Wasser oder ungesüßte Getränke. Alkohol kann Beschwerden wie Fatigue, Gleichgewichtsstörungen oder Hitzeempfindlichkeit verstärken und sollte bei Wärme eher vermieden werden. 3


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5 Tipps zum Umgang mit Hitze und Pseudoschüben bei MS

Du kannst einiges tun, um Dich bei Hitze zu schützen und besser einzuschätzen, was gerade passiert. Wichtig ist, mögliche Auslöser ernst zu nehmen und Veränderungen gut zu beobachten.

1. Symptome und Auslöser notieren

Schreibe auf, wann die Beschwerden begonnen haben, wie sie sich anfühlen und ob es mögliche Auslöser gab. Dazu gehören Hitze, Sport, Stress, Schlafmangel, Fieber oder Infektzeichen. Diese Informationen helfen Deinem Behandlungsteam bei der Einordnung.

2. Körper abkühlen

Gehe in den Schatten oder in einen kühlen Raum, trinke ausreichend und nutze bei Bedarf Kühlhilfen. Auch ein kühles Fußbad oder ein feuchtes Tuch im Nacken können helfen.

3. Ruhe einplanen

Reduziere körperliche Belastung, bis sich die Beschwerden bessern. Pausen sind kein Rückschritt, sondern ein wichtiger Teil des Selbstmanagements.

4. Infekte ernst nehmen

Achte auf Fieber, Schmerzen beim Wasserlassen, Husten, Halsschmerzen oder starkes Krankheitsgefühl. Infekte können MS-Symptome verstärken und sollten behandelt werden.

5. Ärztlich abklären lassen, wenn Du unsicher bist

Wenn Beschwerden neu sind, länger als 24 Stunden anhalten oder sich nicht wie gewohnt zurückbilden, kontaktiere Dein Behandlungsteam. Ein echter MS-Schub sollte dann ausgeschlossen werden.

Inhaltlich geprüft: M-DE-00031085


Quellenverzeichnis

  1. https://www.dmsg.de/news/detailansicht/mit-multipler-sklerose-gut-durch-die-sommerhitze-kommen-der-dmsg-bundesverband-informiert, zuletzt abgerufen am 29.05.2026.

  2. Panginikkod S et al. Uhthoff Phenomenon. 2022 Sep 21. In: StatPearls [Internet]. Treasure Island (FL): StatPearls Publishing, zuletzt abgerufen am 29.05.2026

  3. https://www.amsel.de/multiple-sklerose/ms-wissenswert/das-uhthoff-phaenomen/, zuletzt abgerufen am 29.05.2026.

  4. Hemmer B., Gehring K. et al. Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) und MOG-IgG-assoziierten Erkrankung (MOGAD), S2k-Leitlinie, 2026, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien, zuletzt abgerufen am 02.06.2026.

  5. https://www.dmsg.de/news/detailansicht/stellungnahme-des-aerztlichen-beirates-der-deutschen-multiple-sklerose-gesellschaft-dmsg-bundesverband-ev-zum-einsatz-von-kuehlwesten-bei-ms-erkrankten-mit-erhoehter-waermeempfindlichkeit, zuletzt abgerufen am 29.05.2026.

  6. Kaltsatou A, Flouris AD. Impact of pre-cooling therapy on the physical performance and functional capacity of multiple sclerosis patients: A systematic review. Mult Scler Relat Disord. 2019;27:419-423. doi: 10.1016/j.msard.2018.11.013.

  7. Buoite Stella A, Pasquin F, Morrison SA et al. Effects of a cooling vest with sham condition on walking capacity in heat-sensitive people with Multiple Sclerosis. Eur J Appl Physiol. 2020;120(11):2467-2476. doi: 10.1007/s00421-020-04478-3.