MS-Diagnose verstehen: Schritt für Schritt zu Klarheit

MRT-Kontrollen bei MS: Krankheitsaktivität erkennen und rechtzeitig handeln

Regelmäßige MRT-Kontrollen helfen dabei zu erkennen, ob Deine MS-Therapie wirkt oder die Multiple Sklerose weiter aktiv ist. Hier erfährst Du, warum die Magnetresonanztomographie (MRT) bei MS so wichtig ist, wann ein Kontrastmittel eingesetzt wird und wie Du Dich auf Deinen Kontrolltermin vorbereiten kannst.

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Lesezeit: 9 min

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Warum sind regelmäßige MRT-Kontrollen bei MS so wichtig?

MRT-Kontrollen sind wichtig, weil Krankheitsaktivität bei MS nicht immer sofort spürbare Symptome verursacht. Auf den Bildern kann Dein Behandlungsteam sehen, ob neue Entzündungsherde, sogenannte Läsionen, entstanden sind oder ob der Befund unverändert ist. Das hilft dabei einzuschätzen, ob Deine aktuelle Therapie ausreichend wirkt oder ob eine Anpassung sinnvoll sein könnte. 1

Auch wenn Du Dich gut fühlst, kann die MS im Verborgenen weiter voranschreiten und unbemerkt die Nerven schädigen. Die regelmäßige Bildgebung im MRT hilft, diese stille Progression frühzeitig zu erkennen und ist damit ein zentraler Teil der Verlaufskontrolle bei Multipler Sklerose. 1

Progression bei MS 

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Je früher neue Krankheitsaktivität erkannt wird, desto besser lässt sich gemeinsam mit Deinem Behandlungsteam entscheiden, ob Deine bisherige Therapie angepasst werden sollte.


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Wie funktioniert die MRT bei MS?

Die MRT erstellt mithilfe von starken Magnetfeldern und Radiowellen detaillierte Bilder von Gehirn und Rückenmark und macht die MS-typischen Entzündungsherde sichtbar. Anders als bei der Computertomographie (CT) kommen dabei keine Röntgenstrahlen zum Einsatz.

Für die Diagnostik und Verlaufskontrolle der Multiplen Sklerose kommen verschiedene Aufnahmetechniken der MRT zum Einsatz, wie sogenannte T1- und T2-gewichtete Aufnahmen. Dahinter verbergen sich unterschiedliche Möglichkeiten, das Gewebe im zentralen Nervensystem sichtbar zu machen. 2

Ob die Untersuchung mit oder ohne Kontrastmittel erfolgt, richtet sich nach der konkreten Fragestellung und der Einschätzung Deines Behandlungsteams.


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Wann wird bei der MRT ein Kontrastmittel bei MS eingesetzt?

Ein Kontrastmittel kann beispielsweise bei der Erstdiagnose der Multiplen Sklerose oder bei sich plötzlich verändernden Symptomen zum Einsatz kommen. Es kann dabei helfen, akute Entzündungen im Vergleich zu älteren Läsionen sichtbar zu machen. 1

Bei der Multiplen Sklerose wird häufig ein Kontrastmittel mit Gadolinium verwendet. Dieses verteilt sich nach der Gabe im Körper und kann aktive Entzündungen deutlicher hervorheben. Sehr selten können Nebenwirkungen auftreten. Außerdem weist die DGN in ihrer MS-Leitlinie darauf hin, dass sich Gadolinium im Gehirn ablagern kann. Gesundheitliche Auswirkungen sind zwar bisher nicht bekannt, dennoch sollte der Einsatz bei MS heute sorgfältig geprüft werden. 1


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Wann reicht bei MS eine MRT ohne Kontrastmittel?

Für die Verlaufskontrolle bei MS reicht in der Regel ein MRT ohne Kontrastmittel aus, vor allem wenn aktuelle Bilder mit früheren Aufnahmen verglichen werden. Dann ist häufig entscheidend, ob seit der letzten Untersuchung neue Veränderungen oder neue Läsionen entstanden sind. 1

Sogenannte T2-gewichtete Aufnahmen zeigen sowohl ältere als auch neue Entzündungsherde. Ohne Kontrastmittel lässt sich auf einem einzelnen Bild zwar nicht immer sicher sagen, welche Läsion ganz frisch ist. Für die Verlaufskontrolle ist aber häufig vor allem entscheidend, ob seit der letzten MRT neue Veränderungen entstanden sind. 2

Kontrastmittel sind also kein Standard bei jeder MRT-Kontrolle, sondern kommen gezielt zum Einsatz, wenn die Fragestellung davon profitiert. Wenn Du unsicher bist, frage vor der Untersuchung ruhig nach, ob ein Kontrastmittel zum Einsatz kommt und warum.


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Wie oft sollte ich bei MS zur MRT-Kontrolle gehen?

Wie oft eine MRT sinnvoll ist, hängt von Deinem Verlauf, Deiner Therapie und möglichen Hinweisen auf neue Aktivität der Multiplen Sklerose ab. Häufig wird nach Beginn einer neuen verlaufsmodifizierenden MS-Therapie nach einigen Monaten geprüft, ob die Behandlung anschlägt. Wenn Deine MS gut kontrolliert ist und keine neuen Beschwerden auftreten, kann später oft ein längerer Abstand zwischen den Untersuchungen ausreichen. 1

Diese Zeiträume dienen nur als Orientierungen. Maßgeblich ist immer die Einschätzung Deiner Neurologin oder Deines Neurologen. Besprich deshalb mit Deinem Behandlungsteam, wann die nächste MRT-Kontrolle bei Dir sinnvoll ist und welches Ziel die Untersuchung hat.


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Wer führt bei MS die MRT-Kontrollen durch?

Die MRT selbst wird meist in einer radiologischen Praxis oder in einer Klinik durchgeführt. Dort entstehen die Aufnahmen, und eine Radiologin oder ein Radiologe erstellt einen schriftlichen Befund.

Für die Einordnung im Zusammenhang mit Deiner MS ist aber vor allem Deine Neurologin oder Dein Neurologe wichtig. Sie oder er betrachtet den Befund nicht isoliert, sondern gemeinsam mit Deinen Beschwerden, Deinem bisherigen Verlauf und Deiner aktuellen Therapie.

Erst aus diesem Gesamtbild lässt sich ableiten, ob Deine MS stabil ist oder ob Dein Behandlungsteam mit Dir über mögliche nächste Schritte sprechen sollte.


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Wie kann ich mich auf den MRT-Termin vorbereiten?

Oft gibt es einfache Möglichkeiten, die Untersuchung angenehmer zu machen, zum Beispiel Kopfhörer mit Musik, ein Gespräch vorab oder kurze Erklärungen zu jedem Untersuchungsschritt. Denn viele Menschen empfinden die MRT-Röhre als unangenehm. Enge, laute Klopfgeräusche, die ganz normal sind und durch die Funktionsweise des Magnetfelds entstehen, oder die Unsicherheit vor dem Ergebnis können belasten. Sprich Dein Behandlungsteam offen darauf an, wenn Du Angst hast oder schnell unruhig wirst. 

Hilfreich ist auch, Dir konkrete Fragen zu notieren, zum Beispiel ob Kontrastmittel geplant ist, wie lange es dauert und wann Du den Befund bekommst. So kannst Du informierter in den Termin gehen und Dich sicherer fühlen.


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FAQ

1. Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für eine MRT?

Wenn eine MRT ärztlich angeordnet wird, werden die Kosten in der Regel von der Krankenkasse übernommen. Welche Regelungen im Einzelfall gelten, kann Dir Deine Praxis oder Krankenkasse genauer erklären.

2. Was kann ich tun, wenn ich Angst vor der MRT-Röhre habe?

Sprich offen mit dem Untersuchungsteam über Deine Angst. Häufig helfen schon einfache Maßnahmen wie Erklärungen vorab, Musik über Kopfhörer oder kleine Pausen. Wichtig ist, dass Du Dich mit Deinen Sorgen ernst genommen fühlst.

3. Kann die MRT auch dann etwas zeigen, wenn ich keine Beschwerden habe?

Ja. Genau das ist einer der Gründe, warum MRT-Kontrollen bei MS so wichtig sind. Die Untersuchung kann Krankheitsaktivität sichtbar machen, auch wenn Du im Alltag noch keine neuen Symptome bemerkst.

4. Was passiert, wenn in der MRT neue Läsionen gefunden werden?

Neue Läsionen können ein Hinweis darauf sein, dass Deine MS weiter aktiv ist. Das bedeutet nicht automatisch, dass sofort etwas geändert werden muss. Aber Dein Behandlungsteam wird gemeinsam mit Dir prüfen, ob Deine Therapie noch gut passt oder ob eine Anpassung sinnvoll sein könnte.

5. Wie kann ich mit Angst vor dem MRT-Befund umgehen?

Die Unsicherheit, ob neue Entzündungen sichtbar werden, ist verständlich. Es kann helfen, die Untersuchung als Chance zu sehen: Wenn sich Krankheitsaktivität zeigt, kann Dein Behandlungsteam rechtzeitig reagieren und gemeinsam mit Dir über mögliche Anpassungen der Therapie sprechen. Sprich offen mit Deiner Ärztin oder Deinem Arzt darüber, was Dir Angst macht.

6.Wie kann ich meinen MS-Verlauf im Alltag zusätzlich im Blick behalten?

Digitale Anwendungen wie die MS-App Brisa® können Dich dabei unterstützen, Symptome und Alltagsfunktion regelmäßig zu dokumentieren. Das hilft Dir und Deinem Behandlungsteam auch kleine Veränderungen zu erkennen und einzuordnen.

Inhaltlich geprüft: M-DE-00030530


Quellenverzeichnis

  1. Hemmer B., Gehring K. et al. Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankung (NMOSD) und MOG-IgG-assoziierten Erkrankung (MOGAD), S2k-Leitlinie, 2026, in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.), Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online: www.dgn.org/leitlinien, zuletzt abgerufen am 03.06.2026.

  2. Rocca MA, Preziosa P, Barkhof F et al. Current and future role of MRI in the diagnosis and prognosis of multiple sclerosis. Lancet Reg Health Eur. 2024;44:100978. doi: 10.1016/j.lanepe.2024.100978.