Symptome bei MS: Übersicht und Orientierung

Sprech- und Schluckstörungen bei MS: Hilfe durch Logopädie

Du weißt genau, was Du sagen möchtest, aber Deine Stimme klingt plötzlich anders oder Deine Worte kommen undeutlich heraus? Vielleicht verschluckst Du Dich auch häufiger beim Essen oder Trinken. Sprech- und Schluckstörungen können bei Multipler Sklerose auftreten und den Alltag erschweren. Erfahre, wie sie entstehen und welche Unterstützung Logopädie bieten kann.

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Inhalte geprüft am 04.08.2026

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Lesezeit: 5 min

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Was sind Sprechstörungen bei MS?

Sprechstörungen gehören zu den möglichen Symptomen der Multiplen Sklerose. Häufig verändern sich Stimme, Aussprache oder Sprechtempo. Die Stimme kann heiser, gepresst oder ungewöhnlich leise klingen. Manche Menschen sprechen undeutlicher als früher oder haben Schwierigkeiten, Wörter klar auszusprechen. 1 , 2

Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang häufig von einer Dysarthrie. Dabei ist nicht das Denken oder Sprachverständnis gestört, sondern die Steuerung der Sprechmuskulatur, die für das Sprechen benötigt werden. 2


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Wie entstehen Sprechstörungen bei MS?

Beim Sprechen arbeiten viele Muskelgruppen eng zusammen. Lippen, Zunge, Gaumensegel, Kehlkopf und Atemmuskulatur müssen präzise gesteuert werden. Bei MS können Entzündungen und Nervenschäden im Gehirn und Rückenmark diese Signalübertragung beeinträchtigen. Die Folge ist, dass Bewegungen nicht mehr so genau koordiniert werden können. Dadurch verändern sich Stimme, Aussprache oder Sprechfluss. 2


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Was ist der Unterschied zwischen Sprech- und Sprachstörungen?

Sprechstörungen (Dysarthrie) und Sprachstörungen (Aphasie) werden häufig verwechselt. Bei einer Sprechstörung weißt Du genau, was Du sagen möchtest. Die Umsetzung über Stimme und Mundmotorik ist jedoch erschwert. 3 , 4

Bei einer Sprachstörung hingegen können Wortfindung, Sprachverständnis oder Sprachverarbeitung beeinträchtigt sein. Die Ursachen und Behandlungen unterscheiden sich deshalb teilweise deutlich. 3 , 4


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Wie können Sprechstörungen den Alltag beeinflussen?

Sprechstörungen können Gespräche anstrengender machen. Telefonate oder Unterhaltungen in einer lauten Umgebung fallen vielen Betroffenen schwerer. Missverständnisse können entstehen, weil Worte undeutlich ausgesprochen werden oder die Stimme nicht mehr die gewohnte Lautstärke erreicht. Dadurch ziehen sich manche Menschen aus sozialen Situationen zurück. Umso wichtiger ist es, Beschwerden frühzeitig anzusprechen und Unterstützung anzunehmen. 2


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Was passiert in der logopädischen Behandlung?

Zu Beginn verschafft sich die Logopädin oder der Logopäde einen Überblick über die individuellen Beschwerden. Dabei werden unter anderem Atmung, Stimme, Mundmotorik und Schluckfunktion untersucht. Anschließend wird ein individueller Therapieplan erstellt. Ziel ist es, die Kommunikationsfähigkeit zu erhalten oder zu verbessern und Essen sowie Trinken möglichst sicher zu gestalten.


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Wann ist Logopädie bei Sprechstörungen sinnvoll?

Logopädie kann sinnvoll sein, wenn sich Deine Aussprache verändert hat, Deine Stimme schnell ermüdet oder Sprechen zunehmend anstrengend wird. Auch häufiges Verschlucken beim Essen oder Trinken sollte ärztlich abgeklärt werden. Deine Neurologin oder Dein Neurologe kann beurteilen, ob eine logopädische Behandlung sinnvoll ist und eine entsprechende Verordnung ausstellen.


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Welche Übungen helfen bei Sprechstörungen?

Die logopädische Therapie umfasst unterschiedliche Übungen, die an Deine Beschwerden angepasst werden. Dazu gehören Übungen zur Kräftigung von Lippen- und Zungenmuskulatur, Atemübungen zur Unterstützung der Stimme sowie Techniken zur Verbesserung von Lautstärke, Sprechtempo und Verständlichkeit. Auch Entspannungsübungen können hilfreich sein, da Stress und Anspannung Sprechstörungen häufig verstärken. 2


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Was sind Schluckstörungen bei MS?

Schluckstörungen, medizinisch Dysphagien genannt, können ebenfalls durch MS verursacht werden. Betroffene verschlucken sich häufiger oder haben das Gefühl, dass Essen und Trinken nicht mehr problemlos funktionieren. Die Beschwerden können leicht ausgeprägt sein oder die Nahrungsaufnahme deutlich erschweren. 3


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Wie werden Schluckstörungen bei Multipler Sklerose behandelt?

Auch bei Schluckstörungen spielt die Logopädie eine wichtige Rolle. In der sogenannten Schlucktherapie werden die am Schlucken beteiligten Muskeln trainiert und sichere Bewegungsabläufe eingeübt. Zusätzlich erhalten Betroffene praktische  Tipps zur Körperhaltung beim Essen und Trinken sowie zur Auswahl geeigneter Speisen und Getränke. Ziel ist es, das Risiko des Verschluckens zu verringern und die Lebensqualität zu erhalten.


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FAQ: häufige Fragen zu Sprech- und Schluckstörungen bei MS

Können Sprechstörungen bei MS wieder besser werden?

Ja. Durch Logopädie und gezielte Übungen können sich Stimme, Aussprache und Verständlichkeit oft verbessern oder stabilisieren.

Sind Sprechstörungen ein Zeichen für eine Verschlechterung der MS?

Nicht unbedingt. Sie können vorübergehend auftreten oder sich langsam entwickeln. Neue Beschwerden sollten dennoch ärztlich abgeklärt werden.

Warum verschlucke ich mich häufiger?

MS kann die Steuerung der Muskeln beeinträchtigen, die am Schlucken beteiligt sind. Dadurch können Speisen oder Getränke leichter in die Atemwege gelangen.

Kann Logopädie auch bei Schluckstörungen helfen?

Ja. Die logopädische Schlucktherapie gehört zu den wichtigsten Behandlungsmaßnahmen bei Dysphagien.

Wann sollte ich mit meiner Ärztin oder meinem Arzt sprechen?

Wenn sich Deine Stimme verändert, Du häufiger undeutlich sprichst oder Dich regelmäßig verschluckst, solltest Du dies frühzeitig ansprechen.

Inhaltlich geprüft: M-DE-00031081