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Diagnose

MS: Frühe Anzeichen erkennen

6 Minuten

Veröffentlicht am 23.04.2021  von  trotz ms Redaktion

Bei Multiple Sklerose gilt, möglichst früh mit einer wirksamen Therapie zu beginnen. Jedoch dauert es häufig lange, bis die Diagnose feststeht. Dabei kündigt sich eine MS häufig bereits Jahre im Voraus durch verschiedene Beschwerden an.

Frau steht auf einer Brücke und schaut durch ein Fernglas

MS kündigt sich häufig früh an

Mehr Arztbesuche, häufigere Verschreibung von Medikamenten – vielleicht hat sich auch Deine MS bereits lange im Voraus angekündigt. Denn viele Betroffene verspüren schon Jahre vor der Diagnose verschiedene Beschwerden, die sie häufiger einen Arzt aufsuchen lassen. Das Problem: Die Symptome sind vielfältig und können verschiedenste Ursachen haben. Daher dauert es häufig Jahre, bis eine MS als Auslöser der Beschwerden feststeht.

MS kommt nicht aus heiterem Himmel

Mittlerweile herrscht in der Wissenschaft Einigkeit darüber, dass sich eine MS durch verschiedene Beschwerden ankündigt – Experten bezeichnen diese frühen Anzeichen einer Erkrankung als „prodromale Symptome“. Die Erkenntnis stammt aus der Auswertung verschiedener Versorgungsdaten von Menschen, die später eine MS-Diagnose erhalten haben – beispielsweise Datenbanken von Hausärzten. So gingen MS-Betroffene im Jahr vor der Diagnose zu fast 90 Prozent häufiger zum Arzt als Menschen, die nicht an einer MS erkranken.

Häufige Symptome vor der MS-Diagnose

Die Beschwerden, die Jahre vor der MS-Diagnose auftreten können, sind vielfältig. Sie reichen von Blasen- oder Darmstörungen über Schmerzen bis hin zu Depressionen, Schlafstörungen und Fatigue. Zudem treten Gangstörungen und Missempfindungen der Haut häufiger bei Menschen auf, die später eine MS-Diagnose erhalten. Auch durch Entzündungen der Haut kann sich eine MS ankündigen. Experten vermuten, dass entzündliche Hauterkrankungen ein frühes Anzeichen für ein fehlreguliertes Immunsystem sein könnten.

Einige betroffene Frauen empfinden diese Beschwerden, mit denen sich eine MS ankündigen kann, sogar als so schwerwiegend, dass sie auf ihren Kinderwunsch verzichten. Dabei stellt selbst die Diagnose „MS“ generell keinen Hinderungsgrund für eine Schwangerschaft dar.

Mit Biomarkern zur frühen MS-Diagnose?

Bestimmt hast Du schon gehört, dass es wichtig ist, bei MS möglichst früh zu behandeln. Ein frühzeitiger Therapiebeginn kann die Krankheitsaktivität unterdrücken und die fortschreitende Erkrankungsphase hinauszögern. Deshalb forschen Wissenschaftler daran, wie sie eine MS möglichst früh erkennen können – beispielsweise durch bestimmte Stoffe, sogenannte Biomarker, die auf eine MS hindeuten können. Ein vielversprechender Biomarker für MS ist das Eiweiß neurofilament light chain, kurz NFL. NFL ist ein Bestandteil unserer Nervenzellen. Kommt es zu einer Schädigung der Nervenzellen, kann NFL im Blut nachgewiesen werden. Eine Studie konnte zeigen, dass sich bei MS-Betroffenen bereits sechs Jahre vor der Diagnose erhöhte NFL-Werte nachweisen lassen. Aktuell untersucht die WIssenschaft weitere mögliche Biomarker für MS.

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