Zurück
Therapie

Leitlinie für die MS-Therapie – Ratgeber für Dein Behandlungsteam

6 Minuten

Veröffentlicht am 21.09.2021  von  trotz ms Redaktion

Woher wissen Ärzt:innen eigentlich, wie man bestimmte Krankheiten erkennt und richtig behandelt? Dafür gibt es medizinische Leitlinien – so auch für die MS. Diese wurde Anfang 2021 frisch aktualisiert und beispielsweise um die erste zugelassene Therapie der PPMS ergänzt.

Bunte Pfeile aus Stoff zeigen in verschiedene Richtungen

Was genau sind medizinische Leitlinien?

Medizinische Leitlinien gibt es für (fast) alle Krankheiten. Ihr Ziel ist es, medizinisches Fachpersonal in seinem Praxisalltag zu unterstützen und eine bestmögliche Gesundheitsversorgung der Patient:innen zu gewährleisten. Im Wesentlichen enthalten Leitlinien Empfehlungen für die Diagnose und Therapie der jeweiligen Erkrankung. Die Empfehlungen dienen als Entscheidungshilfe, es sind keine rechtlich verbindlichen Richtlinien. An der Erstellung der Leitlinien sind meist nicht nur medizinische Expert:innen beteiligt, sondern auch Patientenvertreter:innen und Selbsthilfegruppen.

Empfehlungen der MS-Leitlinie

Die Leitlinie, die Empfehlungen für die MS ausspricht, heißt „Diagnose und Therapie der Multiplen Sklerose, Neuromyelitis-optica-Spektrum-Erkrankungen und MOG-IgG-assoziierten Erkrankungen“ und wird von der Kommission Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie herausgegeben. Wie Du siehst, beschäftigt sich diese auch mit anderen Erkrankungen, die der MS ähneln, wie NMSOD. In fünf Kapiteln beschreibt die Leitlinie, welche Verfahren und Kriterien Ärzt:innen für die Diagnose einsetzen sollten und welche Behandlungen in welchen Situationen verabreicht werden können. Neben den verlaufsmodifizierenden Therapien beschreibt die Leitlinie auch medikamentöse und nicht-medikamentöse Maßnahmen zur Behandlung von MS-Symptomen.

Die wichtigsten Empfehlungen im Überblick:

  • Diagnose der MS
    Eine MRT sowie eine Untersuchung des Nervenwassers sollen zur Diagnose der MS erfolgen.
  • Therapie eines MS-Schubs
    In der Regel wird ein Schub mit hochdosiertem Kortison als Infusion behandelt. Bei anhaltenden Symptomen kann eine erneute Kortisontherapie oder eine Blutwäsche (Apherese) erfolgen – je nach individueller Situation.
  • Verlaufsmodifizierende MS-Therapie
    Ziel der Therapie ist es, die Krankheitsaktivität zu verhindern oder zu verringern und die Lebensqualität zu erhalten. Dabei soll auch die subklinische Krankheitsaktivität reduziert werden. Diese bemerken Betroffene meist gar nicht, sie bedeutet aber meist ein Fortschreiten der MS.

Aktualisierte Leitlinie: Therapieoption bei PPMS

Um neue Erkenntnisse und Therapieoptionen zu berücksichtigen, werden medizinische Leitlinien regelmäßig aktualisiert – so auch die MS-Leitlinie, die zuletzt 2014 aktualisiert wurde und seit Februar 2021 in einer vollständig überarbeiteten Version vorliegt. Durch die Zulassung von neuen Medikamenten haben sich die Therapieoptionen für MS-Patient:innen weiter verbessert. So steht seit 2018 die erste zugelassene Therapie zur Behandlung der Primär Progredienten MS (PPMS) zur Verfügung. Aktuelle Erkenntnisse zur Sicherheit und Wirksamkeit dieser Behandlungsmöglichkeit findest Du im Interview mit dem Neurologen Prof. Dr. Sebastian Rauer auf unserer Website.

Unsere Broschüre „Diagnose PPMS - Leben mit Primär Progredienter Multipler Sklerose“ richtet sich speziell an PPMS-Patient:innen, die mehr über ihre Erkrankung erfahren möchten. Sie gibt Dir nützliche Tipps zum Alltag sowie zu Deinen Rechten. Hier geht’s zum Download.

Hast Du Fragen?
Unser Team von
trotz ms MEIN SERVICE
ist Mo-Fr von 8-20 Uhr
kostenlos für Dich da: