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Therapie

Keine Beschwerden, keine Behandlung - oder doch?

4 Minuten

Veröffentlicht am 25.10.2018  von  trotz ms Redaktion

Nur weil Du keine akuten Symptome oder gar einen Schub hast, heißt das nicht, dass Du Deine Therapie nicht brauchst. Auch wenn Du Deine MS gerade nicht spürst, solltest Du Deine MS-Therapie konsequent fortsetzen.

Frau zerreißt rosa Papier

Krankheitsaktivität nicht unterschätzen

Halskratzen, Kopfschmerzen, verstopfte Nase – wenn sich eine Erkältung anbahnt, greifen wir häufig zu Medikamenten. Geht es uns wieder besser, verschwinden die Mittel meist schnell wieder im Arzneischrank. Vielleicht fragst Du Dich, ob Du Deine MS-Therapie auch abbrechen kannst, wenn Du keine Symptome hast. Das ist keine gute Idee. Denn: Das Motto „Keine Beschwerden gleich keine Behandlung“ gilt bei der MS leider nicht. Auch wenn es Dir gut geht und Du momentan keine Beschwerden hast, kann die MS im Verborgenen weiter aktiv sein. Diese sogenannte subklinische Krankheitsaktivität kann das Nervengewebe weiter schädigen. Deshalb ist es wichtig, dass Du Deine MS-Therapie immer konsequent fortsetzt, um den Krankheitsverlauf zu bremsen. Zudem solltest Du regelmäßig Kontrolltermine bei Deinem Neurologen in Anspruch nehmen. Mittels klinischer Testungen und MRT kann er feststellen, ob Deine aktuelle Therapie wirksam ist oder gegebenenfalls angepasst werden muss, wenn Krankheitsaktivität besteht.

Viele Betroffene werden therapiemüde

Die Gründe dafür, dass Betroffene ihre Therapie nicht konsequent anwenden, sind vielfältig: Unerwünschte Nebenwirkungen, häufige Anwendung oder schlichtweg Vergesslichkeit. Das führt dazu, dass die Patienten nicht die verordnete Dosierung ihres Medikaments anwenden oder die Therapie sogar abbrechen. Hinter einem Therapieabbruch können auch depressive Verstimmungen stecken: Gedanken wie „Das bringt doch alles nichts“ stellen auch die MS-Behandlung infrage. In solchen Fällen kann professionelle Unterstützung, z. B. in Form einer Psychotherapie, helfen.

Der Weg zur passenden MS-Therapie

Wenn auch Du Schwierigkeiten mit Deiner MS-Therapie hast, werde selbst aktiv. Sprich Deinen Neurologen offen auf die Probleme mit Deiner Behandlung an. Mittlerweile stehen verschiedene verlaufsmodifizierende Therapien zur Auswahl, die sich auch in Art und Häufigkeit der Anwendung unterscheiden. Gemeinsam findet Ihr die für Dich geeignete Therapie.