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Therapie

Wenn die Seele leidet: Psychotherapie bei MS

5 Minuten

Veröffentlicht am 15.09.2017  von  trotz ms Redaktion

Multiple Sklerose zeigt sich nicht nur in körperlichen Beschwerden. Bei vielen Betroffenen gerät auch die Seele aus dem Gleichgewicht. Professionelle psychotherapeutische Unterstützung kann die Balance wieder herstellen – in jeder Phase der Erkrankung.

Frau, die sich den Kopf hält

Psychische Probleme

Konzentrationsprobleme, Schlafstörungen, Fatigue oder vielleicht sogar eine depressive Phase: Vielleicht sind es gerade die unsichtbaren Symptome der MS, die Dir besonders zu schaffen machen. Vielleicht bist Du wie viele andere Betroffene durch die Diagnose aber auch erst einmal verunsichert oder ängstlich, was Deine Zukunft und Deine Perspektiven angeht. Schließlich ist MS bisher nicht heilbar und niemand kann Dir genau sagen, wie es mit der Erkrankung für Dich weitergeht. Hinzu können Gefühle von Hilflosigkeit und Kontrollverlust kommen, etwa, wenn Du im Laufe der Erkrankung körperliche Einschränkungen erlebst. All dies kann (und darf) Dich seelisch belasten und es schwierig machen, Deinen Alltag zu bewältigen. Gleichzeitig aber können seelische Probleme auch zu körperlichen Beschwerden führen oder diese verstärken, Verspannungen oder Schmerzen beispielsweise.

Die Diagnose erst einmal verstehen

Eine Möglichkeit, solche Belastungen besser zu meistern, bietet eine psychotherapeutische Begleitung. Und zwar in jeder Phase der Erkrankung. So gilt es nach der Diagnose, diese erst einmal zu verstehen und Strategien zu entwickeln, sie zu verarbeiten. In dieser Phase kann der Psychotherapeut Dir dabei helfen, Dich in die neue Situation einzufinden und Deine bisherigen Lebensziele mit ihr in Einklang zu bringen.

Den Alltag besser bewältigen

In späteren Phasen können dann Verhaltens- oder Gesprächstherapien zu einer besseren Krankheits- und Alltagsbewältigung beitragen. Weißt Du nicht so genau, wie Du reagieren sollst, wenn Dich sich jemand wegen Deiner verwaschenen Aussprache oder Deines unsicheren Gangs über Dich lustig macht? Bist Du Dir unsicher, wie Du mit anderen Menschen über MS sprechen kannst. Fällt es Dir schwer, offen über Deine Bedürfnisse und Gefühle zu sprechen und andere Menschen um Hilfe zu bitten? Bei solchen und weiteren ganz praktischen Alltagsfragen kann der Psychotherapeut Lösungen aufzeigen. Darüber hinaus haben aber auch Beschwerden wie Schmerzen oder Fatigue oder Herausforderungen wie der Umgang mit Stress oder die Fähigkeit, Probleme konstruktiv zu lösen eine starke psychologische Komponente. Auch hier kannst Du zusammen mit dem Psychotherapeuten für Dich passende Bewältigungsstrategien erarbeiten.

Dein Arzt ist Dein erster Ansprechpartner

Wenn Du Dich für eine psychotherapeutische Beratung interessierst, solltest Du zunächst Deinen Arzt darauf ansprechen. Er kann Dir in der Regel qualifizierte Ansprechpartner in der Nähe nennen. Es ist wichtig, dass die Chemie zwischen Dir und Deinem Therapeuten stimmt, damit ihr gemeinsam an einer Lösung arbeiten könnt.