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Therapie

MRT-Kontrollen bei MS: Es geht oft auch ohne Kontrastmittel

5 Minuten

Veröffentlicht am 31.08.2020  von  trotz ms Redaktion

Zur Diagnose und Verlaufskontrolle der MS sind regelmäßige MRT-Untersuchungen unabdingbar. Meist kommt dabei ein Kontrastmittel zum Einsatz. Doch das muss nicht sein.

Seit der Diagnose MS bist Du sicher auch regelmäßig in der „Röhre“. Diese regelmäßigen MRT-Kontrollen sind wichtig, um den Verlauf und die Krankheitsaktivität Deiner MS zu überwachen. So kann Dein Arzt feststellen, ob Deine MS-Therapie wirkt. Ist die MS weiterhin aktiv, kann er Dir rechtzeitig eine andere Behandlung verordnen. Aber wie sieht es mit Nebenwirkungen der MRT-Untersuchung aus?

MRT-Kontrollen bei MS

MRT – ohne Nebenwirkungen?

Generell gilt die MRT-Untersuchung als unschädlich. Im Vergleich zu anderen bildgebenden Verfahren, wie beispielsweise Röntgen oder die Computertomografie (CT), bist Du bei der MRT-Aufnahme keiner Strahlung ausgesetzt. Um die MS-typischen Entzündungsherde (Läsionen) sichtbar zu machen, erhalten die Patienten vor der MRT-Untersuchung häufig ein Kontrastmittel mit Gadolinium. Und dieses Gadolinium, das zu den Schwermetallen gehört, kann – wenn auch nur sehr selten – Nebenwirkungen haben. Zudem kann es sich dauerhaft in bestimmten Regionen im Gehirn ablagern. Derzeit gibt es zwar keine Hinweise darauf, dass diese Gadolinium-Ablagerungen Schäden verursachen. Um möglichen Risiken jedoch vorzubeugen, verwendet man heute nur noch eine bestimmte Art des Gadoliniums (makrozyklisches Gadolinium), das sich weniger oder gar nicht im Gehirn ablagert.

Was macht Gadolinium bei der MRT-Untersuchung?

Gadolinium reichert sich in den Bereichen in Gehirn und Rückenmark an, in denen in den letzten sechs bis acht Wochen Entzündungen entstanden sind. Eine spezielle MRT-Aufnahmetechnik (T1-Wichtung) macht die Anreicherung von Gadolinium sichtbar. Damit kann der Arzt also feststellen, ob und wie viele „frische“ Läsionen in den letzten Wochen entstanden sind.

MRT-Verlaufskontrolle ohne Kontrastmittel?

Mithilfe einer weiteren Aufnahmetechnik der MRT (T2-Wichtung) können alle Entzündungsherde in Gehirn und Rückenmark ohne Kontrastmittel sichtbar gemacht werden. Allein anhand dieser Aufnahme kann der Arzt nicht zwischen alten und neuen Läsionen unterscheiden. Nimmt er jedoch die Aufnahme von Deiner letzten MRT-Untersuchung und vergleicht sie mit der aktuellen, kann er feststellen, ob seitdem neue Entzündungsherde entstanden sind. Ob die neuen Läsionen dabei in den letzten sechs Wochen entstanden sind oder beispielsweise vor zwei Monaten, ist in der Regel nicht von Bedeutung. Wichtig ist, ob seit der letzten Untersuchung neue Läsionen entstanden sind. Ist dies der Fall, bedeutet das, dass die MS weiterhin aktiv ist und die MS-Therapie angepasst werden sollte.

Wie Du siehst, kann die MRT-Verlaufskontrolle der MS häufig auch ohne Kontrastmittel erfolgen. Bei bestimmten Fragestellungen oder bei Neudiagnose kann Gadolinium aber notwendig sein. Frage bei Deinem nächsten Kontrolltermin Deinen Neurologen oder Radiologen, ob die MRT auch ohne Kontrastmittel durchgeführt werden kann.

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