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Diagnose

Langer Weg zur MS-Diagnose? Bleibt hartnäckig!

6 Minuten

Veröffentlicht am 05.01.2021  von  trotz ms Redaktion

Du weißt sicher, dass MS die Krankheit mit den 1.000 Gesichtern ist. Denn schon die ersten Symptome können vielfältig sein: Bei dem einen treten Sehstörungen auf, bei dem anderen das Gefühl, als ob Ameisen über Arme oder Beine laufen. Wieder andere klagen über rasche Ermüdung oder Schwierigkeiten sich zu konzentrieren. Aufgrund dieser unspezifischen Beschwerden kann es eine Weile dauern, bis die Diagnose MS feststeht. Diese Erfahrung musste auch Daniel machen. Sein Schicksal zeigt: Bleibe hartnäckig, wenn sich Dein Zustand nicht bessert, und lass Deine Symptome unbedingt abklären.

Spuren auf Düne

Angefangen hat Daniels langer Weg zur MS-Diagnose mit Augenproblemen: „Ich sah häufig verschwommen, wenn meine Augen angestrengt waren oder wenn es von dunkel zu hell wechselte. Auch Doppelbilder traten auf. Das war sehr unangenehm.“ Um seinen Beschwerden auf den Grund zu gehen, wendet sich Daniel an eine nahegelegene Klinik. Nach einigen Tests erklären die behandelnden Ärzte ihn jedoch für gesund.

MS? Die Ärzte nehmen die Sehstörungen nicht ernst

Trotzdem recherchiert Daniel auf eigene Faust im Internet weiter, denn die Sehstörungen verschwinden nicht. Bei der Eingabe seiner Symptome stößt er relativ schnell auf die Multiple-Sklerose-Erkrankung. Als er seine Ärzte damit konfrontiert und nach einer MRT-Untersuchung fragt, wird er abgewiesen. „Dann hieß es: Das brauchen Sie nicht. – So nach dem Motto, wir sind ja die Ärzte und MS ist es auf gar keinen Fall.“ Daniel nimmt dies hin und versucht seine Probleme mit einer Brille in den Griff zu bekommen, was leider nur teilweise hilft, aber nie komplett Abhilfe schafft.

Brennende schmerzende Füße und immer noch keine MRT

Doch es kommt noch schlimmer: 2016 geht Daniel den Jakobsweg, nach seiner Rückkehr hat er starke brennende Schmerzen in den Füßen, vor allem in Ruhe. „Zuerst vermutete ich, ich hätte eine Muskelverletzung. Doch die Ärzte meinten, alles sei in Ordnung. Ich solle einfach Einlagen tragen. Das habe ich gemacht, doch auch mit den Einlagen spürte ich keine Besserung.“ Deshalb forscht Daniel weiter nach: fragt seine Ärzte und googelt online nach Schmerzen in Kombination mit verschwommenem Sehen. Auch jetzt deuten die Suchergebnisse schnell auf MS hin und er fordert ein MRT ein, was zu dem Zeitpunkt sowohl seine Hausärztin als auch ein Neurologe ablehnen. Seine Beschwerden verschlechterten sich immer mehr: „Irgendwann konnte ich meine Beine einen ganzen Tag lang nicht mehr bewegen. Es fühlte sich an wie eingefroren und nichts hat mehr funktioniert. Dann hat meine Frau Druck gemacht: ‚Geh jetzt endlich zum Arzt und guck, dass Du eine MRT-Aufnahme bekommst.‘ Sie hat auch die Termine für mich vereinbart und endlich erhielt ich eine MRT-Untersuchung – nach neun Jahren.“

MS-Diagnose nach zehn Jahren – im MRT sind Läsionen zu sehen

Die Aufnahme zeigt deutlich die für MS typischen Läsionen, alte und neue, im Schädel und in der Halswirbelsäule. Zur weiteren Abklärung hat man auch noch eine Lumbalpunktion durchgeführt, dann steht sicher fest: Daniel hat schubförmige MS. Zu diesem Zeitpunkt hat Daniel gerade seinen 30. Geburtstag gefeiert. Zehn Jahre hat es gedauert, bis seine MS-Diagnose endlich feststand, vier Jahre vorher hat er bereits vermutet, dass es sich um MS handeln könnte. Doch Daniel sieht das Ganze positiv: „Wenigstens weiß ich, was ich habe, und kann entsprechend handeln“. Überhaupt lässt er sich von seiner Diagnose nicht entmutigen und wagt sogar den Schritt in die berufliche Selbstständigkeit.

Daniels Schicksal zeigt: Es ist wichtig, dass Du als Patient aktiv handelst und Dich informierst. Denn Dein Wohlbefinden steht an erster Stelle. In manchen Fällen kann es sogar angebracht sein, einen weiteren Arzt aufzusuchen, um eine zweite Meinung einzuholen. Denn Du bestimmst Deinen Weg und nicht Deine MS.

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