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Coronavirus (COVID-19)

DMSG-Beobachtungsstudie zur Corona-Impfung bei MS

6 Minuten

von  trotz ms Redaktion

Die Corona-Pandemie ist noch nicht überstanden. Und Expert:innen gehen davon aus, dass SARS-CoV-2 unser Leben auch danach weiter begleiten wird. Umso wichtiger, sich mit einer Impfung davor zu schützen. Doch Menschen mit MS sind weiterhin verunsichert, ob und wie sich die Impfung auf ihre Erkrankung auswirkt. Um das Wissen über die Corona-Impfung bei dieser Personengruppe zu erweitern, hat die DMSG eine Beobachtungsstudie gestartet.

Frau mit Maske und Pflaster auf dem Oberarm

Hintergrund der DMSG-Studie zur Corona-Impfung und MS

Trotz des bestätigten Nutzens und der ausdrücklichen Empfehlung zur Corona-Impfung – insbesondere auch für Menschen mit MS – herrscht weiterhin Verunsicherung. Zusätzliche Daten zur Corona-Impfung bei MS könnten mehr Sicherheit geben und helfen, MS-Betroffene besser zu beraten. Dafür hat die Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft, Bundesverband e. V. (DMSG) in Zusammenarbeit mit dem MS-Register die „Beobachtungsstudie SARS-CoV-2-Impfung und Multiple Sklerose“ ins Leben gerufen. Teilnehmen kann jede:r volljährige MS-Betroffene, der:die mit einem der in Deutschland zugelassenen Impfstoffe geimpft wurde. Nach der Anmeldung zur Studie erhalten die Teilnehmenden die Einladung, einen Online-Fragebogen auszufüllen. Im weiteren Verlauf der Teilnahme folgen mindestens drei weitere Online-Befragungen.

Ziele der DMSG-Beobachtungsstudie

Neben allgemeinen Fragen zu Alter und Geschlecht wirst Du nach Deiner MS gefragt, unter anderem zu Deiner Verlaufsform, Deiner Therapie und dem Zeitpunkt Deines letzten Schubs. Darüber hinaus enthält der Online-Bogen Fragen zu Deiner Corona-Impfung, wie: Wann war die Impfung? Wie hast Du sie vertragen? Gab es anschließend Veränderungen Deiner MS-Symptome?

Anhand dieser Fragen möchte die Studie untersuchen, ob es Zusammenhänge zwischen der Impfung und dem MS-Krankheitsverlauf gibt. Zudem gehen die Forschenden der Frage nach, wie häufig Impfreaktionen berichtet werden und ob die angewendete verlaufsmodifizierende Therapie die Verträglichkeit oder Wirksamkeit der Impfung beeinflusst.

Erste Zwischenergebnisse der DMSG-Beobachtungsstudie

Bereits über 3.000 Menschen mit MS haben schon an der DMSG-Studie teilgenommen und die Teilnahme ist weiterhin möglich (Stand Februar 2022). In der Ausgabe 3/2021 des DMSG-Magazins aktiv! veröffentlichten die Forschenden erste Zwischenergebnisse der Beobachtungsstudie. Von 1.427 der Teilnehmenden lagen zum Zeitpunkt der Zwischenauswertung die Informationen zur ersten und zweiten Corona-Impfung vor. Schmerzen an der Einstichstelle, Ermüdung und Kopfschmerzen waren die häufigsten Impfreaktionen. Bei etwa einem Viertel der Teilnehmenden traten fünf oder mehr Impfreaktionen auf, aber alle Symptome klangen durchschnittlich nach ein bis drei Tagen ab. 13 Prozent der Teilnehmenden berichteten nach der ersten Corona-Impfung und sieben Prozent nach der zweiten, dass sich ihre MS-Symptome verschlechtert haben. Am häufigsten wurde von diesen MS-Betroffenen eine Verschlechterung der Fatigue, des Gehvermögens, der Schmerzen und der Spastik angegeben. Neue MS-Symptome traten bei fünf Prozent nach der ersten und bei sechs Prozent nach der zweiten Impfung auf. Über das Auftreten eines Schubs berichteten jeweils drei Prozent nach der ersten und zweiten Corona-Impfung. Bei lediglich zwei Teilnehmenden trat nach erfolgter Impfung bisher eine Infektion mit SARS-CoV-2 auf, das entspricht 0,1 Prozent.

Du interessierst Dich für die Teilnahme an der Beobachtungsstudie? Alle wichtigen Informationen über das Ziel der Studie, den Ablauf und den Datenschutz sowie den Link zur Anmeldung findest Du in der Patienteninformation zur Beobachtungsstudie SARS-CoV-2-Impfung und Multiple Sklerose des MS-Registers.

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