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Sandra, SPMS-Betroffene, 56 Jahre

Sandra

Nordic Walking mit MS

6 Minuten

Veröffentlicht am 05.04.2018 von Sandra

Beim Nordic Walking wird besonders die Ausdauer trainiert, was positive Auswirkungen auf Fatigue und seelische Verstimmung hat. Auf das Walking wurde ich aufmerksam, als ich die Hippotherapie in Angriff nahm. Gerade nach der Reittherapie waren meine Muskeln schon schön gedehnt und das Walken konnte ohne Aufwärmphase beginnen.

Beim Walking muss ich immer darauf achten, dass ich mich nicht überanstrenge. Regelmäßige und ausdauernde Bewegung – vor allem an der frischen Luft – steigert die Kondition und gibt mir auch mehr Kraft im Alltag. Durch das zügige Gehen werden viele Muskelgruppen des Körpers aktiviert und trainiert.

Nordic Walking fördert die Beweglichkeit von Schultergürtel und Brustkorb, trainiert die Gehfähigkeit, das Gleichgewicht und kräftigt Arm- und Rumpfmuskulatur. Ich habe dadurch mein Vertrauen in meine eigene körperliche Belastbarkeit gestärkt. Zudem ist das Tolle am Walking, dass man es in der Gruppe machen kann und das Ganze so noch mehr Spaß macht.

Ach übrigens, dehnen kann man sich auch super mit dem Walking Stock. Im Bild seht Ihr, wie so etwas aussehen kann. Meine Stute Sunny, hat sich hier gleich mit in Szene gesetzt.

MS-Betroffene Sandra mit Pferd und Walking Stock

Wie sieht die Technik dabei aus?

Wir beugen leicht die Knie und rollen die Füße über die ganze Fußsohle ab. Lasst Eure Arme beim Gehen gelegentlich mitschwingen und atmet bewusst ein und aus. Dadurch wird die Geschwindigkeit trainiert und die Gehfähigkeit sowie die Gangsicherheit verbessert.

Wir MS-Erkrankte können genau so schnell oder so langsam machen, wie es uns möglich ist. Das Walking lässt sich also auf das ganz eigene Tempo anpassen. Damit gilt aber tatsächlich: Je langsamer wir gehen, desto mehr Kraft müssen wir ausüben.

Nordic Walking ist für uns MS-Betroffene besonders geeignet, da die Koordination verbessert wird und die Stöcke die Gelenke schonen und uns Halt geben. Durch den Einsatz der Arme beziehungsweise Stöcke kommt auch der Oberkörper zum Einsatz und der Rumpf wird stärker beteiligt. Der gesamte Körper wird also trainiert, was auch bei Rückenproblemen empfehlenswert ist.

Ob Walking oder Nordic Walking, ob allein oder in der Gruppe – Ausdauer und Regelmäßigkeit werden belohnt!

Pferd auf einer Wiese

Bewegung an der frischen Luft weckt in mir Lebensgeister: Farben, Gerüche und Geräusche wirken sich positiv auf meine Psyche aus und heben meine Stimmung. Diese wohltuende Erfahrung möchte ich nie mehr missen. Mein Pferd Sunny schaut den Läufern gerne zu.

Bewegung an der frischen Luft weckt in mir die Lebensgeister

Meine Tipps

  • Zieht feste bequeme Schuhe an.
  • Tragt leichte Kleidung, die nicht einengt.
  • Setzt bei starker Sonneneinstrahlung eine Kopfbedeckung auf.
  • Prüft die ideale Einstellung der Stöcke – es sollten etwas mehr als 90 Grad zwischen Ober- und Unterarm sein.
  • Fangt mit kleinen Runden an.
  • Macht bei Bedarf kurze Pausen und lasst Euch von einer Verschlechterung Eurer Symptome nicht entmutigen.
  • Walkt Euch Schritt für Schritt ans Ziel.

Euch allen, liebe MS-Freunde, kann ich nur sagen: TRAUT EUCH MAL! Ihr werdet Euch wundern, was die Stöcke für einen Unterschied machen können. Und angepasst ans eigene Vermögen tut es echt gut, sich bewegen zu können!

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