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Lara, MS-Betroffene, 26 Jahre

Betroffene

Unser Hund Bella – viel mehr als ein Begleiter auf 4 Pfoten

6 Minuten

Veröffentlicht am 20.02.2020  von  Lara

Jeder Hundebesitzer wird wissen, wovon ich jetzt erzähle – vom Leben mit Hund. Das ist anstrengend, nervenaufreibend, zeitintensiv, aber vor allem voller Glück und Liebe – bedingungslos und treu. Unser kleiner Shih Tzu-Havaneser-Mix Bella ist schon fast zwei Jahre bei uns und ich hätte niemals gedacht, was so ein kleines Lebewesen in einem auslösen kann. Bella ist ein echtes Familienmitglied und kennt unsere Abläufe, Vorlieben und Schwachstellen ganz genau.

Hund von MS-Betroffener Lara

Der 6te Sinn – wir verstehen uns blind

Wenn es mir mal nicht so gut geht, brauche ich nichts sagen. Unser Hund sieht, riecht, hört, fühlt das … naja, sie hat eben den 6. Sinn für diese bestimmte Situationen! Auf dem Sofa kommt dann plötzlich und ganz schnell ein kleines Fellknäuel auf mich zu und kuschelt sich dicht an mich. Mehr braucht es nicht und mir geht es schon besser. Körperliche Nähe ist eben auch seelische Nähe.

Keine Ausrede bei Wind und Wetter

So sehr sich Bella um mich kümmert, habe ich als Frauchen auch meine Pflichten. Die täglichen Spaziergänge stehen da ganz vorne. Dem Hund ist es egal, ob die Sonne scheint, es regnet oder kalt ist. Wir müssen immer raus und eine Runde drehen. Gerade jetzt in der kalten und nassen Jahreszeit ist das oft eine echte Überwindung. Sobald wir aber draußen sind und ich meinen zufriedenen Hund sehe, ist das alles egal. Dank Bella halte ich mich fit und bin draußen mobil. Wir sollten uns alle täglich an der frischen Luft bewegen, aber vor allem Menschen mit MS. Da ist jeder Schritt richtig und wichtig. Außerdem lerne ich mit meinem Hund so viele nette Menschen kennen, da lohnt sich jeder Spaziergang!

Ein Herz auf vier Beinen

24 Jahre habe ich es ohne Hund geschafft und jetzt kann ich mir keine Sekunde mehr ohne Hund vorstellen, Bella gehört einfach dazu. Wir planen nun so, dass der Hund uns überall begleiten kann. Der Urlaub geht eher mal an die holländische Küste und in die Alpen als nach Bali. Natürlich gibt es auch noch viele Situationen ohne Hund und das ist auch völlig in Ordnung für uns, trotzdem sind die Gedanken dann oft bei Bella: Geht es ihr gut? Was macht sie wohl gerade? Vermisst sie mich auch so sehr?

Hildegard von Bingen sagte einmal „Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund“ (hängt übrigens bei uns an der Tür ☺). Und dieser Spruch ist wirklich wahr. Ich denke, dass kann man erst nachvollziehen, sobald man selbst für ein Tier verantwortlich ist, so war es zumindest bei mir. Man gibt so viel Liebe und Zuneigung und bekommt tatsächlich alles doppelt und dreifach zurück. Bevor Bella zu uns gekommen ist, konnte ich das nie nachvollziehen. Oft habe ich die „verrückten Hundemamis“ schräg belächelt. „Sie redet mit ihrem Hund wie mit einem Kind? Das ist doch nur ein Tier!“… Nein, sie sind so viel mehr – ein Herz auf vier Beinen!

„Alles fürs Hundchen…”

… das sagt meine Oma immer. Tagsüber ist Bella bei ihr und die zwei sind ein Dreamteam. Wie oben beschrieben ist diese Mensch-Tier-Beziehung schwer in Wort zu fassen. Man würde wirklich „das letzte Hemd“ für den Hund geben! Seht Ihr das genauso? Und zum Schluss gibt’s noch einen passenden Song, der perfekt das Hundeleben beschreibt. Macht’s gut!

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