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Diagnose

MS-Diagnose: Was zeigt eine MRT-Untersuchung an?

7 Minuten

Veröffentlicht am 15.09.2017  von  trotz ms Redaktion

Die Magnetresonanztomografie, kurz MRT genannt, wird bei der Diagnose von Multipler Sklerose (MS) eingesetzt. Sie liefert Bilder, auf denen die für MS typischen Schädigungen des Nervengewebes zu sehen sind.

Ein halber Blumenkohl

Aufnahmen des Gehirns

Sollte bei Dir der Verdacht auf MS vorliegen, ist es wichtig, auf Nummer sicherzugehen, um schnell die Behandlung starten zu können. Deshalb wird Dein Arzt neben anderen Untersuchungen auch die MRT, auch Kernspintomografie genannt, anwenden, um den Verdacht auf MS sicher zu klären. Dieses Verfahren fertigt mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen Querschnittsaufnahmen der Gewebestrukturen in Gehirn und Rückenmark an. So kann der Arzt sehen, ob und wie viele der für MS typischen Entzündungsherde (Läsionen) vorliegen. Diese Untersuchung ist schmerzfrei und dauert in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten.

Kontrastmittel markieren Entzündungen

Um die Entzündungsherde erkennen zu können, spritzt Dein Arzt Dir vor der MRT-Untersuchung ein gadoliniumhaltiges Kontrastmittel. Es lagert sich in Bereichen ab, in denen kürzlich entstandene Entzündungen vorliegen. Dadurch lassen sich anhand der Aufnahmen frische Entzündungen von bereits abgeklungenen Läsionen unterscheiden. Mit Hilfe der MRT ist bei 85 Prozent der Patienten MS bereits im Frühstadium erkennbar. Die Aufnahmen liefern damit eine wichtige Grundlage für die frühzeitige Diagnose von MS. Allerdings müssen für eine sichere Diagnose gleichzeitig klinische Beschwerden vorliegen und andere Erkrankungen als Ursache dieser ausgeschlossen werden. Darauf stützen sich auch die international anerkannten McDonald-Kriterien, die als Maßstab bei der Diagnose dienen. Sie kombinieren die MRT-Befunde, auf denen vor allem die räumliche und zeitliche Ausbreitung der Entzündungsherde in Gehirn und Rückenmark sichtbar werden mit dem Auftreten klinischer Symptome der Erkrankung.

MRT-Bilder im Vergleich: Links siehst Du ein gesundes Gehirn. Rechts sind Läsionen erkennbar.

Die Vorteile der MRT auf einen Blick:

  • Frühzeitiges Erkennen der Erkrankung: Ermöglicht es, rechtzeitig mit der Therapie zu beginnen
  • Unterscheidung frischer und abgeklungener Entzündungen
  • Erkennen von Krankheitsaktivität im zentralen Nervensystem ohne Auftreten von klinischen Symptomen
  • Kontinuierliche Überprüfung des Krankheitsverlaufs: Die Behandlung kann beim Auftreten neuer Läsionen gegebenenfalls angepasst werden

Ablauf einer MRT-Untersuchung

Bevor die Untersuchung beginnt, musst Du alle Gegenstände aus Metall ablegen wie etwa Uhr, Ohrringe oder Gürtelschnalle. Solltest Du einen Herzschrittmacher haben, ist eine MRT nicht möglich, da das Magnetfeld die Funktion des Geräts beeinträchtigen könnte. Bei Metallteilen im Körper, wie einem künstlichen Gelenk, entscheidet der Arzt von Fall zu Fall.

Während der Untersuchung liegst Du optimalerweise in einer zu beiden Seiten offenen, gut belüfteten MRT-Röhre, in die Du mit dem Kopf voraus gefahren wirst. Sobald Du ruhig liegst, startet die Untersuchung. Während der Untersuchung solltest Du so ruhig wie möglich liegen, da sonst wackelige Bilder entstehen können, die unbrauchbar sind.

Wenn Du unter Platzangst leidest, kann Dir Dein Arzt ein leichtes Beruhigungsmittel geben. Um Deine Ohren vor den Klopfgeräuschen des MRT-Geräts zu schützen, bekommst Du in der Regel Ohrstöpsel oder Kopfhörer. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass bei der Untersuchung Musik läuft. Für den Notfall gibt es eine Klingel und eine Gegensprechanlage, über die Du mit dem untersuchenden Arzt sprechen kannst.