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Alltag & Umgang

Sich nicht unterkriegen lassen: Bettys späte MS-Diagnose

4 Minuten

Veröffentlicht am 22.01.2020  von  trotz ms Redaktion

So vielfältig die verschiedenen Gesichter der MS sind, so unterschiedlich sind auch die Geschichten jedes einzelnen Betroffenen. In diesem Artikel stellen wir Euch Betty vor. Sie erhält ihre MS-Diagnose erst spät, obwohl sie bereits seit Jahren Beschwerden hat. Zu diesem Zeitpunkt ist die Krankheit bereits fortgeschritten, da sie neun Jahre lang nicht therapiert wurde. Doch Betty ergibt sich nicht ihrem Schicksal, sondern sagt der MS den Kampf an.

MS-Betroffene Betty unterwegs mit dem Rad

Bettys MS-Geschichte beginnt im Jahr 2008: mit Muskelkater in der linken Wade, Taubheitsgefühl sowie Schwäche. Diese Symptome verschlimmern sich rasch. Stürze, Humpeln und Bewegungsstörungen in der linken Hand sowie Lispeln kommen hinzu. Durch Reha-Sport und Kortison verbessert sich Bettys Zustand zunächst. Doch es gibt keine richtige Diagnose – und Betty forscht nicht weiter nach. Vor allem, da das Humpeln nachlässt und sie fünf Jahre lang keine Beschwerden hat. Dass sie MS haben könnte, kommt ihr nicht in den Sinn – obwohl sie eine Halbschwester hat, die ebenfalls MS-Patientin ist. Doch diese hat andere Symptome.

Die MS schreitet unerkannt fort

Erst als Betty zweimal ins Koma fällt und auf den Rollstuhl angewiesen ist, wird ihr klar: Es handelt sich um etwas Ernstes. Die Diagnose MS im Sommer 2017 trifft sie jedoch vollkommen unerwartet und zu Bettys Bedauern sehr spät. Heute weiß sie: „Man hätte definitiv früher reagieren können.“ Doch Betty lässt sich nicht unterkriegen. Nachdem endlich feststeht, dass sie MS hat, beginnt sie mit ihrer Therapie, um die Krankheitsprogression der MS positiv zu beeinflussen.

Rollstuhl ade dank konstantem Training

Nach drei Jahren Einsatz ist Betty vom Rollstuhl befreit. Außerdem hat sie einen Partner gefunden und erwartet ein Kind. Trotz der MS und ihrer Einschränkungen ist sie wieder motiviert und zufrieden mit sich selbst. Der Weg dahin war nicht einfach und erforderte viel Einsatz. Was hat Betty motiviert? Sie berichtet: „Mein Motto ist: ‘Es zählt nicht, wie Du bist, sondern das, was Du draus machst! Es gibt Menschen, denen es schlechter geht!’“ Leichter gesagt als getan, wird sich der ein oder andere denken. Doch Betty weiß: „Jeder findet seine Krankheit schlimm. Deshalb ist es wichtig, dass Du herausfindest, was Dich motiviert. Trenn Dich von allem, was Dich runterzieht, und glaub an Dich selbst.“

Bettys Geschichte soll Euch Mut machen, nicht aufzugeben. Denn Krankheitsprogression bei MS muss kein Schicksal sein! Du hast es in der Hand und kannst einiges tun, um Deinen Gesundheitszustand positiv zu beeinflussen.

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