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Mathilde, MS-Angehörige, 21 Jahre

Mathilde

Meine Reise ins Ungewisse

7 Minuten

Veröffentlicht am 11.01.2018 von Mathilde

Ich bin nun 21 Jahre alt und habe dieses Jahr im Juni erfolgreich die Ausbildung zur Kauffrau für Versicherungen und Finanzen absolviert. Vor dem Abschluss dachte ich, nach der Prüfung sei für mich das Leben zu Ende und das harte Arbeitsleben – das sogenannte Hamsterrad – würde mich einholen. Tatsächlich hatte ich mehr Angst vor dem, was danach kommen würde als vor der Prüfung selbst. Um dem zu entfliehen, kam ich auf den Gedanken, vorher noch einmal die Welt zu bereisen.

Ich hatte Angst, meine Mutter alleine zurückzulassen

Lange machte ich mir Gedanken darüber, wo es hingehen sollte oder was genau ich in dem Land machen wollte. Schließlich wurde ich auf einer Berufsausbildungsmesse auf eine Organisation aufmerksam. Diese schien die für mich perfekten Programme anzubieten. Doch so gut das auch alles für mich klang, ich hatte Angst. Meine Mutter und ich leben zu zweit in einer gemeinsamen Wohnung. Sie alleine zurückzulassen, schien für mich erst Mal unmöglich. Ich zermarterte mir den Kopf:

Packt sie das wirklich? Wie soll sie das mit dem Haushalt schaffen? Was ist, wenn sie einen Unfall aufgrund ihrer vielen Stürze erleidet?

Doch nach vielen Gesprächen mit der Familie und engen Freunden waren meine Mutter und ich uns einig, dass ich dieses Abenteuer einfach wagen sollte.

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Ich sprach mit Freunden über meine Pläne und merkte schnell, wie viele Jugendliche in meinem Alter bereits ein Auslandsjahr erlebt oder wie ich geplant haben. Schließlich sagte ich mir: „Das kann ich doch auch.” Also rief ich einfach bei der Organisation an, die mir so gut gefallen hatte. Eine freundliche Mitarbeiterin beriet mich sehr lange und wir planten gemeinsam meine Route. Ich füllte direkt nach dem Telefonat das Anmeldeformular aus und schickte es los. Schon war der erste Schritt getan. Doch so leicht war es nicht: Ich musste mich noch um die Projekte meiner Wahl bewerben und zusätzlich ein E-Learning-Programm abschließen. Wenn man wie ich 40 Stunden die Woche arbeiten geht, ist man zeitlich eingeschränkt. Auch Vorbereitungen wie die Beantragung eines Visums oder ein Arztbesuch für die empfohlenen Impfungen sind dann schwieriger zu koordinieren. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Weg: Schritt für Schritt waren schließlich alle Vorbereitungen getroffen und die Reise konnte losgehen.

Mathilde und Heike vor der Skyline von Dubai

Sonnenschirme, Palmen und Wasser

Bevor das große Abenteuer startete, flog ich mit meiner Mutter noch gemeinsam nach Dubai – von dort ging es für mich im Anschluss direkt weiter nach Asien. Die Busreise durch die Arabischen Emirate hatten wir vorher bereits geplant. Angepasst an die gesundheitliche Situation meiner Mutter konnten wir so alle Sehenswürdigkeiten bequem im klimatisierten Bus abfahren. Doch der strenge Zeitplan unseres Reiseführers setze meine Mutter unter Druck. Bereits am dritten Tag fiel sie in der Eingangshalle unseres Hotels über ihre Koffer, als sie sich beeilen wollte, um den Bus nicht zu verpassen.

Schließlich war der letzte Urlaubstag gekommen und der Flughafentransfer holte die Reisegruppe vom Hotel ab. Die Verabschiedung musste schnell gehen, da ich einen Tag später direkt weiter nach Bali flog und mich der Busfahrer zu einem anderen Hotel bringen wollte. Ich werde nie vergessen, wie der Rest der Gruppe am Flughafen voran lief und meine Mutter mit ihrem schweren Koffer und der schweren Tasche zurückblieb. Ich fragte mich, wie das bloß gut gehen sollte.

Mein Abenteuer beginnt

Der Flug nach Bali sowie der Shuttle zum Hotel verliefen ohne Probleme. Ich freute mich riesig auf mein ganz eigenes Abenteuer. Nachdem ich sicher war, dass meine Mutter gut in Deutschland angekommen war, konnte mich nichts mehr stoppen.

Palmen

Mathilde mit Steindrachen

Ich freue mich auf alles, was ich sehen und erleben werde, auf die neuen Kulturen und Bräuche. Ich bin froh, dass ich diese Reise angetreten habe.

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