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Jennie, MS-Betroffene, 41 Jahre

Jennie

MS und berufliche Selbständigkeit

3 Minuten

Veröffentlicht am 24.04.2018 von Jennie

Wie der Name schon sagt, arbeitet man in der Selbstständigkeit selbst und ständig. Viele Selbstständige sind Einzelkämpfer. Sie haben keine Kollegen, machen alles selbst und sind ständig am Arbeiten – auch in Gedanken sind sie ständig bei der Arbeit. Ich schmeiße hier unter dem Begriff „Selbstständigkeit“ alle in einen Topf: Selbstständige, Freiberufler und Gewerbetreibende – eben alle, die ihre eigenen Chefs sind. Das Finanzamt hat konkretere und korrektere Unterscheidungen der Begriffe (übrigens mit unterschiedlichen steuerlichen Konsequenzen). Selbstständigkeit erfordert ein hohes Maß an Selbstorganisation und -disziplin. Niemand sagt Dir, was als nächstes zu tun ist, niemand koordiniert, niemand korrigiert, regelt oder plant Deine Arbeit und Deine Arbeitszeiten.

Die Vorteile beruflicher Selbstständigkeit bei MS

Die Vorteile liegen auf der Hand:

  • Du bist Dein eigener Chef
  • Niemand kann in Deine Entscheidungen hineinreden
  • Du kannst Deine Zeit und Kraft selbst einteilen

Die Nachteile beruflicher Selbstständigkeit bei MS

Auch über die Nachteile sollte man sich im Klaren sein:

  • Keine Absicherung, keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall
  • Es gibt im Zweifelsfall keine Kollegen, die Dir Arbeit abnehmen könnten
  • Auch den administrativen Teil, den unliebsamen „Papierkram“, nimmt Dir niemand ab

Allein eine hohe fachliche Kompetenz, ein Könner seines Fachs sein, reicht für eine erfolgreiche Selbstständigkeit nicht aus. Neben der Haupttätigkeit gilt es, sich als Koordinator, Materialbeschaffer, Sekretär, Stratege, Planer, Rechercheur, Ein- und Verkaufsleiter, Kundenakquisiteur, Telefonist, Fahrer, Reinigungskraft, Hausmeister, Steuerexperte und vielem mehr zu beweisen. Und das alles neben Familie, Haushalt, gegebenenfalls Garten und Haustieren – und im meinem Falle mit einer chronischen Krankheit am Hals ...

Hahn und Hase als Comic

Selbstständigkeit ist nichts für jeden

Der Schritt in die Selbstständigkeit sollte gut überlegt sein. Nicht jeder ist dafür geeignet: Bin ich ein risikofreudiger, freiheitsliebender Typ, kann ich eigenständig und diszipliniert arbeiten? Oder sind mir Sicherheiten, geregelte Arbeitszeiten, Arbeitsteilung und Absicherung wichtiger?
Für mich war und ist klar: Trotz chronischer Krankheit kommt für mich, als chronisch Kreative, nur die Selbständigkeit in Frage. Ich liebe neue Herausforderungen, eigenverantwortliches Arbeiten, Projekte von vorne bis hinten zu planen und durchzuführen, meine eigenen Ideen umzusetzen, mich an ihnen festzubeißen, sie auszufeilen und bis spät nachts an ihnen zu arbeiten.

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