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Carsten, MS-Betroffener, 47 Jahre

Carsten

Urlaub mit Baby, meiner Frau und meiner MS

9 Minuten

Veröffentlicht am 21.12.2017 von Carsten

Urlaubsreif mit zwölf Wochen altem Baby – können wir trotzdem fliegen? Diese Frage hatten wir uns schon vor der Geburt unseres Babys gestellt.

Mit MS auf Reisen

Vorweg möchte ich eine kurze Anmerkung zu MS und Urlaubsreisen im Allgemeinen machen:

Für viele MS-Betroffene ist Urlaub in warmen Regionen leider häufig mit Problemen verbunden, da sie Wärme aufgrund des Uhthoff-Phänomens nicht gut vertragen. Zur Erläuterung: Das Uhthoff-Phänomen bezeichnet die vorübergehende Verschlechterungen von MS-Symptomen, ausgelöst durch eine Erhöhung der Körpertemperatur.

Bei mir ist dies glücklicherweise nicht der Fall, sodass ich mit meiner Frau regelmäßig im asiatischen Raum Urlaub gemacht habe. Das Klima ist bekanntlich heiß und die Luftfeuchtigkeit hoch. Trotzdem hatte ich hier nie Probleme, im Gegenteil, ich blühe da so richtig auf. Auch mit meiner Therapie komme ich auf Reisen inzwischen sehr gut zurecht – das war nicht immer so.

Ich bin froh, nun die richtige Therapie für mich und meinen Lebensstil gefunden zu haben.

Mit kleinem Baby in den Urlaub: Ja oder nein?

Die MS hatte auf unseren Urlaubswunsch also keinen Einfluss, aber wie sieht es mit einem drei Monate alten Baby aus? Wir recherchierten im Internet, aber hier gab es keine klaren Aussagen: Der eine sagt „Auf keinen Fall, viel zu früh!”, andere sagen: „Je früher, desto besser!”.

Letztendlich entschieden wir uns dann für „JA, wir fliegen!”. Ein Finca-Urlaub auf Mallorca erschien uns als optimales Reiseziel: Zum einen ist die Flugzeit mit knapp zwei Stunden sehr überschaubar, zum anderen sind wir mit der Finca flexibler als im Hotel – besonders was die Essenszeiten anbelangt. Denn bei einem drei Monate alten Baby kann man noch nicht von einem geregelten Tagesablauf ausgehen und wir wollten auch die anderen Hotelgäste nicht stören. In der Finca braucht man keine Rücksicht nehmen, man ist ja hier alleine.

Urlaubsvorbereitung ist das A und O

Urlaubsreif waren wir dann in der Tat und so war die Freude auch groß, als es endlich losging. Wir machten uns an die Vorbereitung für den Urlaub – mit einem Baby ist dies das A und O. Man sollte hier wirklich an alles denken und nichts vergessen. Wir ließen uns beim Kofferpacken also entsprechend Zeit, damit wir für Colin auch ja nichts vergessen. Angefangen von dem Flaschenwärmer bis hin zu Milchpulver, Windeln, Feuchttücher und so weiter. Man bekommt zwar auf Mallorca auch alles für das Baby, keine Frage, aber wenn man auf bestimmte Marken und Produkte eingestellt ist, kann dies woanders durchaus zum Problem werden. Letztendlich packten wir dann für Colin mehr ein als für meine Frau und mich zusammen und er hat seinen ersten eigenen Koffer.

Der Flug verlief problemlos

Das Einchecken am Flughafen in Frankfurt verlief schon einmal reibungslos. Der Kleine lag in seinem Kinderwagen und war total entspannt. Beim Flug hatten wir uns auf ein paar unruhige Minuten eingestellt, aber auch hier erwies sich diese Befürchtung als grundlos. Kurz vor dem Boarding gaben wir ihm noch ein Fläschchen Milch, sodass er müde wurde. Ich hatte ihn den ganzen Flug über bei mir auf dem Schoß – es war klasse. Zum Ende der Flugzeit bekam er nochmal etwas zu trinken und dann landeten wir auch schon.

Der erste Urlaub mit unserem Sohn war wunderschön

Wir holten unseren Mietwagen am Flughafen ab und fuhren dann noch ca. eine Stunde zur Finca. Auch hier verlief alles ohne Probleme. Die Umstellung für den Kleinen mit neuem Bett und neuer Umgebung dauerte gerade einmal einen Tag. Dann ging er wie gewohnt zu Bett und schlief mit wenigen Unterbrechungen.

Carsten im Urlaub

Collin

Die angenehmen Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad waren natürlich ideal für unseren Urlaub. Wir waren mit Colin viel spazieren, machten​ Ausflüge zum Strand oder besuchten Märkte. Er ist sehr neugierig und interessiert. Da wir immer etwas unternommen haben, wurde ihm auch nie langweilig. Natürlich hatte er wie zu Hause auch Phasen, in denen er schon ein bisschen anstrengend war, aber hey, er war zu dem Zeitpunkt gerade zwölf Wochen alt.

Wir hatten letztendlich einen schönen ersten Urlaub mit unserem kleinen Colin. Es war eine willkommene Auszeit vom Alltag.

Die Entscheidung, schon sehr früh mit Colin in Urlaub zu fliegen, war für uns genau der richtige Weg. Abschließend kann ich sagen, dass es auch hier wie so oft im Leben ist: Jeder muss für sich selbst entscheiden, was richtig bzw. was möglich ist. Eine Standard- oder Patentlösung gibt es nicht.

Ich hoffe, dass Euch mein Erfahrungsbericht gefallen hat und freue mich schon, bald wieder von etwas Neuem zu berichten.

Don't give up, wer resigniert verliert!

Euer Carsten

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