Zurück

Alex, MS-Betroffener, 40 Jahre

Alex

Ziele schaffen, Ziele erreichen – trotz MS

9 Minuten

Veröffentlicht am 13.02.2018 von Alex

Wir alle haben Ziele im Leben. Zumindest sollten wir welche haben, denn Ziele sind wichtig. Ob kleine, große, kurzfristige oder langfristige Ziele – wir alle wollen irgendwo „ankommen“. Nichts ist schlimmer, als einen Tag zu beginnen und nicht zu wissen, was man machen soll. „Wohin mit unserer Zeit“, fragen wir uns. Wir sehnen uns nach etwas, was uns mit Freude, Ruhe oder neuer Kraft „betankt“.

Ziele angehen, aber wie?

Um für den Alltag gut gerüstet zu sein, haben wir alle unterschiedliche Kraftquellen, die uns die nötige Energie dafür geben. Welche Kraftquellen oder Ressourcen das sind, muss jeder für sich selbst herausfinden. Bei mir ist es die Musik und das Songwriting. Bei anderen ist es vielleicht der Besuch im Fitnessstudio oder das Training im Fußballverein. Aber es muss nicht ein Hobby sein, es kann auch eine Ressource sein, die von innen kommt – zum Beispiel ein Lächeln des Partners. Irgendwas brauchen wir, das uns mit der nötigen Energie versorgt. Denn ein leerer Akku bereitet Probleme. Ziele rücken dadurch oft in die Ferne, wir erreichen unsere Ziele nicht oder zumindest nur sehr beschwerlich. Also müssen wir unseren Akku gelegentlich wieder aufladen: Aber wie und was hilft dabei, die gesetzten Ziele zu erreichen?

Formuliere Deine Ziele smart

Auftanken. Aufräumen. Ziel anvisieren.

Jedes Chaos hat auch eine Ordnung

Läuft das Leben chaotisch, müssen wir wieder Ordnung schaffen. Ich denke da immer an den Spruch: „So wie es in Deiner Wohnung oder Deinem Zimmer aussieht, so sieht es in Dir drin aus.“ Also muss man aufräumen. So ist es auch, wenn man die Diagnose MS erhält: Alles erscheint erstmal durcheinander. Es fehlt an Struktur und man wirft vielleicht seine Ziele über Bord. Man sieht die Welt auf einmal mit anderen Augen und weiß zuerst gar nicht, wohin mit sich. Alles ist chaotisch wie ein Wollknäuel aus vielen verworrenen Fäden. Auf den ersten Blick überfordert uns dieses Gebilde. Auf den zweiten Blick hat dieses Chaos aber dennoch eine Ordnung – man denke an das „Haufenprinzip“ der Ludolfs (die vier Brüder vom Schrottplatz). Die einzelnen Autoschrottteile übereinander geworfen sehen zwar nicht schön aus, haben aber auch ihre Ordnung. Die Ludolfs finden, was sie suchen, weil sie wissen, welche Teile sich in dem Haufen befinden. Auf den ersten Blick ist es Schrott, aber für so manchen kann er dennoch brauchbar sein! Was müssen wir also tun, um die Ordnung zumindest grob wiederherzustellen? Richtig, wir sortieren den Haufen und schauen, aus welchen Einzelteilen er besteht.

Bei MS ist es wie mit einem kaputten Auto – es ist nicht alles daran kaputt. Also wieso sollten wir die intakten Teile nicht nutzen, um unsere (vielleicht auch neu gesetzten) Ziele zu erreichen? Wir können noch vieles erreichen!

Ziele beflügeln und Ziele motivieren. Wenn uns der Kopf also sagt „Ich will das!“, dann sollten wir es tun. Fangt damit an!

Formuliere Deine Ziele s.m.a.r.t.

Lasst uns Ziele setzen, ob mit oder ohne Handicap: kurz-, mittel- oder langfristige Ziele. Alle haben ihren Zweck. Für unsere Psyche ist es reinste Hygiene! Step by step kommen wir ans Ziel, wenn wir es richtig angehen. Wir sollten Ziele s.m.a.r.t. formulieren. Auch Unternehmen nutzen diese Methode, um erfolgreich zu sein. Im Folgenden will ich Euch anhand eines Beispiels erklären, was s.m.a.r.t. bedeutet:

S – Spezifisch

Das Ziel sollte konkret sein. Wichtig hierbei ist, genau zu formulieren, was Du erreichen möchtest:

Beispiel: „Ich möchte fitter werden, mein Gewicht reduzieren und das erreiche ich mit Sport/gesunder Ernährung.“ Also stelle ich einen Antrag auf Reha-Sport und melde mich bei einem Fitnessstudio in Wohnortnähe an. Zudem werde ich mich gesünder ernähren.

M – Messbar

Das Ziel sollte messbar sein: „Ich möchte meine Beweglichkeit fördern und mein Körpergewicht von 100 Kilo auf 90 Kilo reduzieren.“

A – Attraktiv

Das Ziel sollte für mich attraktiv genug sein und mich motivieren. Um das Ziel „fit werden“ und „abnehmen“ zu erreichen, gehe ich ab nächsten Monat mindestens zweimal pro Woche zum Reha-Sport. Dabei kann ich neue Leute kennenlernen, mit denen ich mich dann direkt zum Sport verabreden kann. So motiviert man sich gegenseitig, um am Ball zu bleiben und den Sport wirklich in seinen Alltag zu integrieren.

R – Realistisch

Das Ziel sollte realistisch sein. Es macht keinen Sinn, Dir Ziele zu setzen, die Du nicht erreichen wirst: „Ich möchte nächstes Jahr Bundeskanzler werden.“ Wie wäre stattdessen: „Ich gehe ab nächsten Monat mindestens zweimal die Woche zum Reha-Sport. Ich kaufe weniger Süßkram ein, dafür mehr Obst.“ Das ist realistisch und machbar.

T – Terminiert

Ich setze mir ein zeitliches Ziel: „Im ersten Halbjahr des kommenden Jahres möchte ich 5 Kilo abnehmen (Zwischenziel) und bis Ende Dezember will ich weitere 5 Kilo abnehmen.“

Seid Ihr auch smart? Probiert es aus! Es wird Euch sicher helfen, nicht nur im Umgang mit MS. Setzt Eure Ziele s.m.a.r.t. und lauft (oder rollt) durchs Ziel. Ihr könnt das!

Viel Spaß

Euer Alex

Deine Empfehlungen

Newsletter

Infomaterial

Hier kannst Du kostenfrei Deine trotz ms Materialien downloaden oder bestellen und trotz ms DAS MAGAZIN abonnieren.

Zum Infomaterial