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Forschung

Was Sport und Ernährung mit Schmerzen zu tun haben

6 Minuten

Veröffentlicht am 25.10.2017  von  Onmeda

Schmerzen sind unangenehme Begleiter bei multipler Sklerose. Doch wie man sein Leben gestaltet, hat deutliche Auswirkungen auf den Schmerz-Level: zum Beispiel durch eine gesunde Ernährung, indem man sich ausreichend bewegt oder auf Zigaretten verzichtet.

Sport und Ernährung

Schmerzen bei MS können durch eine gesunde Lebensweise gemindert werden.

Multiple Sklerose (MS) zeigt sich in vielerlei Gestalt. Die langsame Zerstörung der schützenden Nervenhüllen verursacht häufig Fatigue, körperliche Schwäche und beeinträchtigt die Mobilität sowie das Empfindungs- und Sehvermögen. Aber nicht nur: Je nach Studie leiden zwischen 30 und 85 Prozent der MS-Patienten unter Kopf-, Rücken- und Nervenschmerzen sowie schmerzhaften Muskelkrämpfen.

Diese Schmerzen schränken die Lebensqualität erheblich ein, genauso wie die Beweglichkeit und die Berufsfähigkeit. Forscher der australischen University oft Melbourne fanden jetzt heraus, dass der individuelle Lebensstil ein wesentlicher Faktor ist, der die Schmerzen lindern oder verstärken kann.

Mehr Schmerzen durch ungesunde Ernährung, Übergewicht und Fettleibigkeit

An der weltweiten Studie nahmen 2.362 Patienten teil, die alle die Diagnose multiple Sklerose erhalten hatten. Sie waren 18 Jahre und älter. Die Teilnehmer beantworteten einen Online-Fragebogen, in dem sie Angaben zu ihrem Lebensstil machten, etwa zur Ernährung, Körpergröße, dem Körpergewicht (Body-Mass-Index, BMI), Rauchverhalten und ihrer körperlichen Aktivität. Zudem wollten die Forscher wissen, ob die MS-Erkrankten Schmerzen hatten, wie intensiv diese waren und inwieweit sie den Beruf, die Aktivitäten im Haushalt und ihre Lebensqualität beeinträchtigten. 29 Prozent der Teilnehmer gaben an, unter moderaten beziehungsweise starken Schmerzen zu leiden, die sich in den letzten vier Wochen deutlich negativ auf den Beruf, Alltag und das Lebensgefühl ausgewirkt hatten.

Die Analyse der Daten ergab, dass eine ungesunde, fettreiche Ernährung, Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas) die wichtigsten Faktoren für das Auftreten der Schmerzen waren. Die Probanden mit eher ungesundem Lebensstil berichteten doppelt so häufig über erhebliche Schmerzen als Probanden, die sich gesund ernährten und normalgewichtig waren. Eine weitere Verbindung fanden die Forscher zwischen Nikotinkonsum und dem Auftreten von Schmerzen. Raucher litten doppelt so oft unter Schmerzen wie Nichtraucher. "Die Ergebnisse zeigen einen klaren Zusammenhang zwischen beeinflussbaren Lebensstilfaktoren und Schmerzen bei MS", schreiben die Forscher.

Sport lindert Schmerzen

Positiv auf die Schmerzen wirkte sich auch körperliche Aktivität aus. Wer moderat oder sogar intensiv Sport trieb, litt viel seltener darunter als MS-Patienten, die sich kaum oder gar nicht bewegten. Den Forschern zufolge kann sich ein "Teufelskreis" entwickeln: Die Folgen der multiplen Sklerose und von Begleiterkrankungen wie Depressionen, Ängste und Fatigue würden viele Patienten daran hindern, gesündere Verhaltensweisen zu entwickeln und diese auch aufrechtzuerhalten. "Wir brauchen Strategien, um diese Hürden zu überwinden", fordern die Studienautoren.

Unklar ist bislang, ob die untersuchten Lebensstilfaktoren direkt beeinflussen, wie intensiv Schmerzen erlebt werden, oder ob sie sich eher indirekt über ihr Ausmaß auf MS-Begleiterscheiungen wie Fatigue, Ängste und Depressionen auswirken. Hier müssten weitere Studien folgen, um die genauen Zusammenhänge und Mechanismen aufzudecken, so das Fazit der Forscher.

Auf keinen Fall falsch ist es aber, schon heute den ersten Schritt hin zu einem aktiveren, gesünderen Leben zu machen! Und die positiven Effekte selbst zu erleben ...

Quelle:

Marck C.H. et al.: Pain in People with Multiple Sclerosis: Associations with Modifiable Lifestyle Factors, Fatigue, Depression, Anxiety, and Mental Health Quality of Life. Frontiers in Neurology (2017)

*Quelle: www.onmeda.de

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