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Familie & Partnerschaft

Familienleben mit MS – alles eine Frage der Organisation?

6 Minuten

Veröffentlicht am 15.09.2017  von  trotz ms Redaktion

Ob Wäschewaschen, Einkaufen, Kochen oder andere organisatorische Pflichten – im Alltag fallen zahlreiche Aufgaben an. Alles unter einen Hut zu bringen, ist eine Herausforderung. Eine MS-Erkrankung macht dies nicht eben leichter. Doch Du kannst es schaffen, Dein Familienleben mit MS gut zu organisieren.

Mutter mit drei Kindern und Hund im Bett

Familienleben und MS – mit der richtigen Organisation bekommst Du beides unter einen Hut.

Die eigenen Kräfte als Maßstab nehmen

Je nach Verlauf kann Deine MS das Zusammenleben mit dem Partner und der Familie beeinflussen. Flexibilität und Voraussicht sind gefragt, damit Ihr Euch schnell auf neue Situationen einstellen und den daraus resultierenden Aufgaben gerecht werden könnt. In stabilen Phasen kann vielleicht alles so weitergehen wie bisher. Wichtig ist nur, dass Du Dich nicht überforderst und öfters mal eine Pause machst. Nach dem Motto „kräftesparend ans Ziel“ solltet Du die täglichen Aufgaben angehen. Das kann Dir dabei helfen, Dein Familienleben mit MS zu organisieren:

  • Lege Dir einen Plan für jeden einzelnen Tag der Woche zurecht.
  • Setze Prioritäten und lass notfalls Unwichtiges unerledigt.
  • Splitte größere Aufgaben in einzelne Teilschritte auf.
  • Setz Dich nicht unter Druck: Nichts muss perfekt sein.

Familienleben mit MS: Aufgaben und Verantwortlichkeiten klar verteilen

Manchmal sind größere Veränderungen im Familiengefüge erforderlich – etwa wenn Du einen Schub hast oder die fortschreitende Erkrankung Deinen Gesundheitszustand dauerhaft einschränkt. Dann gilt es, die Aufgaben- und Rollenverteilung in Familie und Haushalt neu zu überdenken.

Vielleicht hast Du Dich bisher alleine um den Garten gekümmert, kannst die Gartenarbeit in Zukunft aber nicht mehr alleine bewältigen. Bei zunehmenden motorischen Störungen kann es schon zu einer Herausforderung werden, Geschirr abzuwaschen. Hier sind Dein Partner und auch Deine Kinder gefragt. Besprecht gemeinsam, wer Dir künftig zur Seite stehen oder im Notfall eine Aufgabe auch ganz übernehmen kann. Wenn die Verantwortlichkeiten klar festgelegt sind, gibt Euch das die Sicherheit, dass auch in einer kritischen Phase zuhause alles klappen wird.

Eine Umverteilung der Aufgaben ist kein Freifahrtschein für Untätigkeit. Solange Du Dich fit fühlst, solltest auch Du im Haushalt Hand anlegen und Pflichten übernehmen. So bewahrst Du Dir ein Stück Normalität und beugst Unfrieden in der Familie vor, weil jeder seinen Teil beiträgt.

Im Notfall kannst Du Dir auch Hilfe von außen holen. Wenn Du zum Beispiel ins Krankenhaus musst oder bettlägerig zuhause gepflegt werden musst, hast Du Anspruch auf eine Haushaltshilfe. Bei Fragen dazu wendest Du Dich am besten an Deine Krankenkasse.

Freiraum einplanen und Kraft sammeln

Sei es saubere Wäsche oder frisches Essen – den täglichen Aufgaben nachzukommen, kostet Energie. Doch das Leben sollte nicht nur aus Pflichten bestehen. Vielmehr solltest Du auch Freiraum für persönliche Interessen einplanen. Ob Partner, Kinder oder Du selbst – jeder braucht Zeit für seine Bedürfnisse. Hobbys und Treffen mit Freunden spenden Kraft und tragen auch durch schwierige Phasen im Familienleben mit MS. Wer Dingen nachgeht, die Freude bereiten, schützt sich außerdem davor, sich aufzureiben.

Kurz & Knapp

Multiple Sklerose kann das Alltagsleben erschweren. Mit den richtigen Strategien können Betroffene und ihre Familie den Herausforderungen gerecht werden und ein harmonischen Familienleben mit MS verbringen.

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