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Familie & Partnerschaft

Egoistisch oder achtsam? Angehörige von MS-Betroffenen sollten auch an sich denken

5 Minuten

Veröffentlicht am 19.02.2018  von  trotz ms Redaktion

Die Diagnose MS betrifft nicht nur den Erkrankten, sondern stellt auch die Menschen in seinem Umfeld vor neue Herausforderungen. Als Partner oder Familienmitglied ist es wichtig, sich bei der Unterstützung des Betroffenen nicht zu überfordern und die eigenen Grenzen anzuerkennen.

Händchenhaltendes Pärchen blickt in zwei verschiedene Richtungen

Auch wenn Dein Partner MS hat, solltest Du Deinen eigenen Bedürfnissen ohne Schuldgefühle nachgehen.

MS betrifft auch die Angehörigen

Erhält Dein Partner oder ein enges Familienmitglied die Diagnose MS, stellt das auch Dich vor neue Herausforderungen. Dich um die Bedürfnisse des Betroffenen zu kümmern, ist sicher eine Aufgabe, die Du gerne übernimmst. Dies bedeutet für Dich aber eine zusätzliche Belastung, die je nach Krankheitsverlauf auch wachsen und viel Energie kosten kann. Hier ist es wichtig, Deine Grenzen zu respektieren, sodass Du Dich nicht übernimmst. Denn nur, wenn es Dir selbst gut geht, kannst Du Dich dauerhaft um andere kümmern.

Eigene Bedürfnisse wahrnehmen ist nicht egoistisch!

Hast Du seit der MS-Erkrankung Deines Angehörigen Deine eigenen Bedürfnisse immer hinten angestellt? Plagt Dich vielleicht sogar das schlechte Gewissen, wenn Du allein Dinge unternimmst und Spaß hast? Aus falsch verstandener Fürsorgepflicht stecken viele Angehörige von chronisch Erkrankten zurück und nehmen sich nicht die Zeit, die sie dringend für sich bräuchten. Häufig wächst dann der Wunsch nach Verschnaufpausen und danach, sich einmal nicht kümmern zu müssen. Vielleicht löst dieser Gedanke Schuldgefühle in Dir aus und Du hast Angst, egoistisch zu handeln. Aber achtsam mit sich umzugehen sowie mit den eigenen seelischen und körperlichen Kräften hauszuhalten, hat nichts mit Egoismus zu tun. Im Gegenteil: Nur wenn Du sorgsam mit Dir und Deiner Gesundheit umgehst, kannst Du stark für andere sein. Außerdem hast Du natürlich genauso das Recht, Dein Leben selbstbestimmt zu gestalten, ohne dabei ein schlechtes Gewissen haben zu müssen.

Freiraum für die eigenen Bedürfnisse

Jede Beziehung – mit oder ohne MS – braucht Freiräume, um den eigenen Bedürfnissen und Interessen nachgehen zu können. Auszeiten vom Alltag sind gerade in Deiner Situation wichtig, um den „Akku“ wieder aufzuladen und Dich nicht zu überfordern. Nutze die Zeit, um Dich mit Freunden zu treffen und Deinen Hobbys oder Interessen nachzugehen, um neue Kraft zu tanken.

Hilfe annehmen

Genauso wie es für Deinen Angehörigen mit MS hilfreich sein kann, sich mit anderen Betroffenen auszutauschen, kannst auch Du vom Austausch profitieren. Das Gespräch mit Menschen, die vor den gleichen Problemen und Gefühlen stehen wie Du, kann Dir im Umgang mit der Situation helfen. Solltest Du Dich überfordert fühlen, kannst Du auch professionelle Hilfe in Anspruch nehmen. Selbsthilfegruppen und Beratungsstellen findest Du auf den Webseiten der Landesverbände der DMSG.

Kurz & Knapp

MS stellt auch für die Angehörigen eine Belastung dar. Um dieser gerecht zu werden, ist es wichtig, achtsam mit sich umzugehen und auch den eigenen Bedürfnissen ohne Schuldgefühle nachzugehen.

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