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MS-Betroffene, Lea, 24 Jahre

Blog Starke Worte

MS-Betroffene Lea stellt sich vor

6 Minuten

„Kann ich damit noch studieren?“ Das war Leas erster Gedanke, als sie mit 21 Jahren im Krankenhausbett lag und der Arzt ihr die Nachricht überbrachte, dass sie an MS erkrankt ist. Drei Jahre später weiß sie: Ja, das geht!

Mein Name ist Lea, ich bin 24 Jahre alt und vor drei Jahren habe ich die Diagnose schubförmige Multiple Sklerose (RRMS) bekommen. Zu der Zeit stand ich kurz vor dem Ende meines Studiums. Die MS hat mich dann erst mal lahmgelegt – fünf Schübe in fünf Monaten. Das hat mein Körper irgendwann nicht mehr mitgemacht. Statt an meiner Bachelorarbeit zu schreiben, habe ich also das Laufen nochmal neu gelernt.

Aus dem Rollstuhl in die Redaktion

Mittlerweile kann ich stolz behaupten, dass ich mich aus dem Rollstuhl gekämpft habe. Natürlich weiß ich, dass ich diesen Erfolg nicht nur meiner eigenen Willenskraft zu verdanken habe, sondern auch meiner Neurologin, meinem Medikament und vor allem meinem Umfeld. Meine Familie und meine Freund:innen haben mich immer unterstützt in dieser schwierigen Zeit. Vor allem mein Freund sorgt immer wieder dafür, dass ich mich auch in schweren Phasen nicht hängen lasse. Er hat diese für uns alle schwierige Zeit zusammen mit mir durchgestanden – und mittlerweile sind wir sogar verlobt.

MS-Betroffene Lea B. mit ihrem Verlobten.

Träume verwirklichen

Mein Studium konnte ich vor einem Jahr erfolgreich abschließen. Bei der Jobsuche war ich zuerst unsicher: Würde mich jemand mit einer Behinderung einstellen wollen? Immer wieder bekam ich zu hören, dass ich die MS besser verschweigen soll. Das wollte ich aber nicht. Die MS gehört zu mir und außerdem wollte ich nicht bei einem Unternehmen arbeiten, dass Menschen mit Behinderungen kategorisch ausschließt. So bin ich offen mit meiner Behinderung umgegangen und siehe da: Es gibt diese Arbeitgeber:innen, die es nicht stört, wenn die Angestellte eine Behinderung hat. Als ich die Jobzusage bekommen habe, war ich der glücklichste Mensch der Welt. Ich arbeite jetzt im Journalismus, was schon immer mein Traum war. So ist es mir möglich, über die Themen zu schreiben, die mir besonders am Herzen liegen und von denen ich denke, dass diese mehr Aufmerksamkeit benötigen. Natürlich darf da auch die MS nicht fehlen, sodass ich am Welt-MS-Tag eine ganze Sonderseite zu dem Thema gestaltet habe. Einer meiner Interviewpartner: mein Opa.

MS in der Familie

Ich bin sozusagen mit der Multiplen Sklerose aufgewachsen – mein Opa bekam die Diagnose, als ich zwei Jahre alt war. Wir wohnten im selben Haus, sodass ich hautnah miterlebt habe, was die Erkrankung bedeutet. Von Anfang an hat Opa mir und meinen Geschwistern immer wieder erklärt, dass MS die „Erkrankung der 1.000 Gesichter“ ist. So hatte ich bei meiner Diagnose direkt ein bisschen weniger Angst – wusste ich doch, dass MS bei jedem und jeder anders verläuft und dies nicht bedeutet, dass mein Leben nun vorbei ist. Mein Opa ist für mich eine große Stütze, da er mir schon immer mein ganzes Leben lang vorlebt, wie positiv man mit der Multiplen Sklerose umgehen kann, dass man sich nicht hängen lassen muss und dass man mit dieser Erkrankung vor allem eins sein kann: glücklich.

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