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Bildung & Beruf

Kosten für Hilfsmittel am Arbeitsplatz: Was heißt das und wer zahlt was?

5 Minuten

Veröffentlicht am 15.09.2017  von  trotz ms Redaktion

Finanzielle Sicherheit, Kontakt zu Kollegen, Sinn und Bestätigung – das sind gute Gründe, trotz MS möglichst lange zu arbeiten. Manchmal sind jedoch Investitionen erforderlich, damit MS-Betroffene weiterhin an ihrem Arbeitsplatz tätig sein können oder im Betrieb an anderer Stelle eingesetzt werden können. Gut, wenn Du weißt, dass es zu diesem Zweck die sogenannten Kosten für Hilfsmittel am Arbeitsplatz gibt. Informiere Dich, setz Dich für Dich selbst ein und lass Dir unter die Arme greifen!

Diverse Arbeitsmittel für einen Bürojob

Wenn Dein Arbeitsplatz an Deine Bedürfnisse angepasst werden muss, hast Du und auch Dein Arbeitgeber Anspruch auf finanzielle Unterstützung.

Arbeitsplatz neu gestalten

Du arbeitest gerne in Deinem Job und möchtest auch in Zukunft in Deinem Unternehmen bleiben. Die Perspektiven stehen gut: Selbst wenn Du durch die MS in Deiner Leistungsfähigkeit eingeschränkt sein solltest, besteht die Möglichkeit, Deinen Arbeitsplatz an Deine Bedürfnisse anzupassen. Dafür kannst Du finanzielle Unterstützung bei der Deutschen Rentenversicherung oder bei der Agentur für Arbeit beantragen: Die Hilfsmittel am Arbeitsplatz sind eine Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben, auch berufliche Rehabilitation genannt.

Auch Dein Arbeitgeber kann Unterstützung in Anspruch nehmen, wenn er einen Arbeitsplatz einrichtet, der Deinen Einschränkungen entspricht. Ansprechpartner hierfür sind zum Beispiel das Integrationsamt oder die Agentur für Arbeit.

Selbstständigkeit bewahren und Belastungen abbauen

Hilfsmittel am Arbeitsplatz können Deine MS-bedingten Einschränkung ausgleichen. Dazu zählen beispielsweise persönliche Hilfsmittel wie orthopädische Schuhe. Vielleicht ist es auch erforderlich, Deinen Arbeitsplatz mit speziellen technischen Hilfsmitteln auszurüsten.

Manchmal ist aber auch ein Umdenken gefragt – beispielsweise wenn Du aufgrund Deiner MS-Erkrankung Deine bisherige Arbeit nicht weiter ausführen kannst. In diesem Fall ist Dein Arbeitgeber dazu verpflichtet, intern einen neuen Arbeitsplatz für Dich zu finden, der Deinen Fähigkeiten entspricht. So kannst Du Deine wertvollen Kenntnisse und Kompetenzen weiterhin einbringen und Dich weiterentwickeln.

Ob Dein Arbeitsplatz angepasst wird oder ob Du im Betrieb eine neue Stelle antrittst – diese Maßnahmen tragen wesentlich zu Deiner Entlastung bei. Das reduziert Stress und beugt zusätzlichen gesundheitlichen Einschränkungen vor.

Kosten für Hilfsmittel am Arbeitsplatz

Diese Ausgaben werden gefördert:

  • Kosten für Arbeitsausrüstung: z. B. ein großer Computer-Bildschirm für Sehstörungen, spezielle Büromöbel oder orthopädische Arbeitssicherheitsschuhe
  • Anschaffen von Hilfsmitteln: z. B. ein spezieller Rollstuhl für den Arbeitsplatz
  • Aufwände für technische Arbeitshilfen: z. B. technische Hilfen zum Heben und Tragen, Bildschirmlesegeräte, Einhand-Tastaturen oder höhenverstellbare Arbeitstische
  • Finanzierung baulicher Maßnahmen: z. B. das Errichten eines barrierefreien Zugangs zum Arbeitsplatz, zur Toilette oder zu Maschinenanlagen

trotz ms Tipp

Der feine Unterschied: Rentenversicherung, Arbeitsagentur oder Integrationsamt kommen ausschließlich für beruflich genutzte Hilfsmittel auf, z. B. orthopädische Arbeitssicherheitsschuhe. Hilfsmittel, die sowohl im Alltag als auch im Berufsleben genutzt werden, finanziert die Krankenkasse.

Kurz & Knapp

Die sogenannten Kosten für Hilfsmittel am Arbeitsplatz gehören zu den Leistungen der beruflichen Teilhabe am Arbeitsleben. Sie haben zum Ziel, dass MS-Betroffene weiterhin an ihrem Arbeitsplatz tätig sein oder im Betrieb an anderer Stelle eingesetzt werden können. Wie bei allen Maßnahmen der Rehabilitation handelt es sich hier allerdings um „Kann"-Maßnahmen. Das heißt, die Gewährung der Leistungen liegt im Ermessen des Kostenträgers.

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