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Nicole, MS-Betroffene, 45 Jahre

Nicole

Leinen los trotz MS

7 Minuten

Veröffentlicht am 22.11.2017 von Nicole

Im Mai 2017 stand unsere Silberhochzeit vor der Tür. Mein größter Traum war es, mit meinem Mann eine Kreuzfahrt auf der AIDA zu machen. Die Reise war gebucht und alles, wirklich alles durch und durch geplant. Wir zählten die Tage schon, bis wir endlich in See stechen werden.

Vorfreude ist die schönste Freude

Es waren nur noch drei Wochen bis zu unserer Traumreise. Da entdeckte ich auf einmal zwei Pickelchen auf meinem linken Augenlid, die schmerzhaft waren und fürchterlich juckten. Was konnte das sein? Ich suchte einen Arzt auf, der sich das anschaute. Er meint, ich solle lieber in die Klinik gehen und es abklären lassen. Er habe einen Verdacht, sei sich aber nicht sicher – er vermute einen Herpes. Ich dachte: „Gut, sicher ist sicher. Ich lasse es kontrollieren, will ja fit sein auf der AIDA. Und Herpes hatte ich noch nie, das haben immer nur die anderen.“

Die Hoffnung stirbt zuletzt

Liebe ist die beste Medizin

Also fuhr mich mein Mann in die Klinik. Dort wurde mir sofort Nervenwasser gezogen, was sehr schmerzhaft war. Wir mussten dann eine halbe Stunde auf das Ergebnis warten. In mir machte sich Angst breit. Der Arzt bestätigte dann den Verdacht meines Hausarztes: Es war Herpes Zoster. Ich traute meinen Ohren nicht, als der Arzt sagte, wir müssen schnell reagieren. Ich müsse sofort für 14 Tage Infusionen bekommen und in der Klinik bleiben!!! Im schlimmsten Fall könne der Zoster am Auge zur Erblindung führen. Daraufhin fiel ich meinem Mann weinend in die Arme. Denn unser Traum zerplatzte wie eine Seifenblase!

Unser Traum löste sich in Luft auf

Meine Nerven lagen jetzt blank, da sich der Zoster auf einmal blitzschnell auf Kopf und Stirn ausbreitete. Die Schmerzen und das Jucken waren fürchterlich. Ich fragte den Arzt, von was das denn kommen könne. Er vermutete, es wäre eine Nebenwirkung von meinem MS-Medikament, das ich seit sieben Jahren genommen und wunderbar vertragen hatte (keine Schübe). Warum dann jetzt? Es spielten verschiedene Faktoren zusammen: Ich hatte zuvor eine Grippe und eine Zahnoperation. Dadurch war das Immunsystem sehr geschwächt.

Es folgten also zwei Wochen im Krankenhaus. Mein Mann gab mir viel Kraft in dieser Zeit und baute mich immer wieder auf. Das war auch nötig, da ich sehr viele Medikamente erhielt und es mir echt nicht gut ging. Mein Mann musste unsere Traumreise stornieren. Dafür bekam ich von der Klinik ein Attest. Gott sei Dank hatten wir eine Reiserücktrittversicherung.

In guten wie in schlechten Zeiten

Nach dem Klinikaufenthalt folgten noch Wochen beim Neurologen. In dieser Zeit musste ich starke Schmerzmittel nehmen. Denn der Zoster musste total vernichtet werden, weil man sonst sein Leben lang Schmerzen haben kann. Es war eine harte Zeit, aber mein Mann gab mir immer Kraft und sagte: „Zusammen schaffen wir das! Wir können froh sein, dass Du Dein Augenlicht nicht verloren hast. Und die Reise holen wir nach.“

Nicole

Nicole 2

Venedig

Nur wer die Tiefen des Lebens kennt, lernt die Höhen auch zu schätzen. (Unbekannt)

Ich wage unseren Traum

Langsam ging es mir wieder besser und ich dachte: Etwas Positives hatte es doch. Wenn ich den Zoster im Ausland bekommen hätte, wer weiß, ob die Ärzte so reagiert hätten. Vielleicht hätte ich mein Augenlicht verloren. Jetzt sehe ich die Welt mit anderen Augen und erfreue mich an kleinen Dingen, die man sehen kann. Ich habe ein neues MS-Medikament bekommen und bitte Gott, dass ich es vertrage. Denn im nächsten Jahr stechen mein Mann und ich auf alle Fälle in See. Unser Traum wird dann endlich wahr.

Das Monster schlug noch einmal zu

Doch für meinen Körper und auch meinen Geist war das alles viel zu viel. Deshalb spielte meine Psyche verrückt – das Monster kam also auf eine andere Weise zurück! Wenn ihr neugierig seid, sage ich nur eins: „Fortsetzung folgt.“

Bis bald demnächst
Eure Nicole

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