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Mathilda, MS-Angehörige, 21 Jahre

Angehörige

Mit Mama unterwegs: Unser gemeinsamer Urlaub in Shanghai und Singapur

9 Minuten

Veröffentlicht am 13.11.2018  von  Mathilde

Unser gemeinsamer Urlaub in Asien liegt mittlerweile einige Wochen zurück. Während der letzten Urlaubstage hatte mir meine Mutter gesagt, sie sei gespannt, was ich darüber berichten werde. Und ganz ehrlich: Zu dem Zeitpunkt wusste ich es selbst noch nicht wirklich. Denn, um dem Bericht gerecht zu werden, hätte der Titel eigentlich lauten müssen: Alles in Slow Motion. Doch darüber möchte ich Euch anhand der Erfahrungen, die wir in unserem Urlaub gemacht haben, berichten.

Flugreise mit MS: Kein Problem dank gutem Service

Meine Mutter hatte auf dem Hinflug nach Shanghai einen Flug mit Umstieg gebucht. Wir hatten dafür vorher bei der Fluggesellschaft angerufen und einen Umsteigeservice kostenlos dazu gebucht sowie einen Rollstuhlservice für den Abflug und für die Ankunft. Beim Rollstuhlservice kommt ein Mitarbeiter der Airline und fährt den Gast direkt zum Boarding Gate oder vom Flugzeug zur Gepäckausgabe. Dementsprechend hatte meine Mutter keine Probleme, alleine die weite Reise anzutreten.

Erster Tag Shanghai: Nanjing Road ganz entspannt

Ich holte sie morgens vom Flughafen ab und wir fuhren erst einmal mit der Bahn zu unserem Hotel, das keine zwei Minuten von der Station People´s Square entfernt war und mitten im Stadtzentrum liegt. Dort schlief sich meine Mutter erst einmal aus. Das Stadtzentrum Shanghais ist nicht sehr weitläufig und die Sehenswürdigkeiten können an einem Wochenende alle besucht werden. Doch wir hatten mit einer ganzen Woche extra viel Zeit eingeplant und wollten kein strammes Programm verfolgen. Deshalb gingen wir am ersten Tag auch nur zur Nanjing Road, eine belebte Einkaufsstraße, die direkt am Hotel liegt. Jeder, der schon einmal in Shanghai war, weiß, die Nanjing Road ist nicht besonders lang. Doch wir mussten insgesamt drei Stopps in Cafés einlegen, damit sich meine Mutter vom anstrengenden Laufen erholen konnte. Doch das machte gar nichts, denn in China gibt es superleckeren Tee mit frischen Früchten oder Milch und Jellys.

Zweiter Tag: Blick vom Shanghai Tower

Am zweiten Tag fuhren wir dann mit dem Hop-on-Hop-off Bus. Eine sehr schöne Sache, denn die erste Station der Hauptroute ist nicht weit vom Hotel entfernt und der Bus bringt einen bequem zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Nebenbei kann man im Sitzen die Stadt bewundern und einen Audioguide in mehreren Sprachen gibt’s noch obendrauf. So fuhren wir zuerst zum Shanghai Tower, denn dort findet man den höchsten Aussichtspunkt der Stadt. Von da aus fuhren wir eine Nebenroute des Busses komplett durch und konnten die Stadtteile bestaunen, die etwas außerhalb vom Zentrum liegen. Wir stiegen dann beim The Bund wieder aus, tranken dort einen Kaffee und fuhren danach wieder in die Nähe unseres Hotels.

Unterwegs mit der Metro

Auch die nächsten Tage stellten kein Problem dar. Das Metrosystem ist sehr urlauberfreundlich und wir fuhren vom People´s Square nie länger als fünf Stationen zu den Sehenswürdigkeiten oder Ortsteilen wie der French Consession. Die French Consession besteht aus einigen Straßen, die sehr vom europäischen Stil geprägt sind. Man findet dort viele kleine Boutiquen und Cafés. So konnten wir ein wenig durch die Straßen schlendern und je nach Bedarf eine Pause einlegen.

Singapur – großzügig und angenehm

Die Woche in Singapur gestaltete sich ähnlich angenehm. Wie auch Shanghai ist Singapur nicht weitläufig und eine Woche ist sehr großzügig geplant, um sich die Sehenswürdigkeiten anzuschauen. Ich alleine hätte mir alles innerhalb von drei Tagen anschauen können, wofür ich mit meiner Mutter sieben Tage eingeplant hatte. Doch das machte gar nichts, denn wir wollten ja auch Urlaub machen und entspannen. Für den Park ,,Gardens by the Bay“ brauchten wir zum Beispiel zwei volle Tage. Am ersten Tag gingen wir in den Cloud Forest und tranken anschließend einen Kaffee auf dem Dach des anliegenden Hotels Marina Bay Sands mit Blick auf die Skyline. Am zweiten Tag schafften wir dann den Flower Dome und den Skywalk. Abends gibt es dort immer eine wunderschöne Lichtshow, die uns sofort verzauberte. Auch für die ,,Must Visits“ wie Little India und Chinatown benötigten wir zwei volle Tage. Am letzten Tag unseres Urlaubs besuchten wir dann die Nachbarinsel Santosa und bräunten uns dort am Strand.

Mathilda besucht eine beliebte Sehenswürdigkeit in Singapur

Gardens by Bay in der Nacht

Mathilda und Heike besuchen den Garden by Bay in Singapur

Kraft durch gute Planung

Auch wenn die MS allgegenwärtig war und meiner Mutter immer wieder zu schaffen machte, konnte man mit der richtigen Planung die Krankheit während des Urlaubs in Schach halten. Diesmal gingen wir von vorneherein alles viel langsamer an, sodass meine Mutter ihre Kraft gar nicht erst verlor. Man merkt, dass sie die MS akzeptiert und damit zu leben gelernt hat. Ich genieße die Zeit mit ihr und finde es schön, dass wir solche Urlaube immer wieder gemeinsam machen.

Diesmal gingen wir von vorneherein alles viel langsamer an, sodass meine Mutter ihre Kraft gar nicht erst verlor.

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