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Therapie

MS-Therapie: Das wünschen sich MS-Patienten

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Veröffentlicht am 18.09.2020  von  trotz ms Redaktion

Ob in Tablettenform, als Spritze oder Infusion – es gibt heute zahlreiche Möglichkeiten, MS zu behandeln. Je nach Wunsch und individuellem Krankheitsbild kannst Du Dich mit Deinem Arzt für eine Therapie entscheiden, die zu Dir und Deinem Leben passt. Doch wie sieht die Wunschtherapie bei MS aus? Dieser Frage ging eine internationale Umfrage unter MS-Patienten nach. Das Anliegen war es herauszufinden: Was erwarten Menschen mit MS von ihrer Therapie und welche Erfahrungen haben sie damit gemacht?

2 Frauen im Café

Was ist die beste Voraussetzung dafür, dass eine Therapie erfolgreich sein kann? Dass Du voll dahinter stehst und sie auch kontinuierlich anwendest. Nur dann kann sie wirksam die Krankheitsprogression verlangsamen und Deine Lebensqualität verbessern. Deshalb sollten bei der Therapiewahl die eigenen Wünsche und Vorlieben zum Tragen kommen. Dabei spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: zum Beispiel die Anwendungsform und -häufigkeit, aber auch, ob die Therapie mögliche unerwünschte Begleiterscheinungen mit sich bringt, wie wirksam sie ist sowie welche Erfahrungen Du mit dem Medikament gemacht hast.

Nachgefragt: Was beeinflusst die Therapiewahl bei MS?

Genau die oben genannten Aspekte untersucht eine globale Patientenpräferenz-Studie unter 485 Patienten mit schubförmiger MS. Die Befragten waren zwischen 18 und 59 Jahre alt und wurden wegen ihrer MS im letzten Jahr von einem Neurologen mit einer MS-Therapie behandelt: Davon stammen 206 aus den USA, 60 aus Kanada, 80 aus Deutschland, 79 aus der Schweiz und 60 aus Australien. 48 Prozent erhielten eine Injektionstherapie, fast 33 Prozent eine orale Therapie und knapp 18 Prozent eine Infusionstherapie.

Pille, Spritze oder Infusion beeinflussen die Patientenzufriedenheit

Laut den Ergebnissen der Umfrage ist die Anwendungsform der Therapie ein entscheidender Faktor für die Zufriedenheit der Patienten: So sind nur 25 Prozent der Befragten sehr zufrieden mit ihrer Injektionstherapie, während 41 Prozent der Befragten sehr zufrieden mit einer Infusionstherapie und 43 Prozent sehr zufrieden mit einer oralen Therapie sind. Im Durchschnitt sind 34 Prozent der Befragten sehr zufrieden mit ihrer Therapie. Außerdem wird deutlich: Bei der Therapiewahl sind Art und Häufigkeit der Anwendung sowie die Sicherheit der Therapie für alle Patienten gleich wichtig.

Wunschtherapie hängt von der Krankheitsdauer ab

Je nach Krankheitsdauer standen unterschiedliche Aspekte im Vordergrund: Für MS-Patienten, deren Diagnose weniger als zehn Jahre zurücklag, war die favorisierte Darreichungsform eine Infusion von bis zu dreimal pro Jahr. Patienten, deren MS-Diagnose mehr als zehn Jahre zurücklag, gaben an, dass eine Verlangsamung der Krankheitsprogression für sie sehr wichtig sei. In puncto Medikamentenverabreichung bevorzugten sie sowohl eine Infusions- als auch eine orale Therapie.

Sicherheit steht an erster Stelle

Doch was ist Menschen mit MS bei ihrer Therapie besonders wichtig? Die Zahlen sprechen für sich: 33,1 Prozent der Befragten nannten das Anwendungsschema als wichtiges Kriterium. Für 32,8 Prozent ist die Wirksamkeit ausschlaggebend und für 34,2 Prozent die Sicherheit. In puncto Sicherheit gaben die Befragten außerdem an, dass sie eher bereit wären, häufigere, aber leichtere Nebenwirkungen zu akzeptieren wie Kopfschmerzen oder Fatigue als seltener auftretende und dafür schwerere Nebenwirkungen wie etwa Leberschäden.

Den Link zur Vollpublikation mit allen Ergebnissen findest Du hier.

Wie zufrieden bist Du mit Deiner Therapie und welche Aspekte liegen Dir am Herzen? Hierfindest Du eine Übersicht aller aktuellen MS-Therapien. Informiere Dich und frag Deinen Neurologen nach geeigneten Therapieoptionen!

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