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Symptome

Schlafstörungen und Depressionen – ein Wechselspiel

7 Minuten

Veröffentlicht am 06.09.2018 von trotz ms Redaktion

Nachts hellwach und tagsüber müde? Das kann an den zwei Kaffee liegen, die Du zum Abendessen getrunken hast. Doch wenn Du über einen längeren Zeitraum hinweg nicht schlafen kannst, solltest Du aufmerksam sein. Denn Schlafstörungen können unsere Lebensqualität enorm beeinflussen. Häufig ist es nicht ganz einfach, den Grund für die schlaflosen Nächte aufzuspüren, denn es gibt Vieles, was unsere Nachtruhe beeinflusst. So können Schlafprobleme zum Beispiel in engem Zusammenhang mit Depression stehen. Hier erfährst Du, warum das so ist und was Dir bei Schlafproblemen helfen kann.

Frauenkopf liegt auf Kissen

Vielleicht hast Du schon einmal davon gehört: Depressionen sind ein weitverbreitetes MS-Symptom. Das Risiko, im Laufe des Lebens eine schwere Depression zu erleiden, ist bei MS-Patienten etwa dreimal so hoch wie bei der Allgemeinbevölkerung. Es liegt bei etwa 50 Prozent. Mit Depressionen gehen häufig auch Schlafstörungen einher: Diese äußern sich in durchwachten Nächten, Einschlafproblemen oder einem zu frühen Aufwachen am Morgen. In dieser Zeit verzweifeln viele Schlaflose, weil sie zu grübeln beginnen und trübe Gedanken aufsteigen. Negative Erlebnisse wie etwa der Streit mit dem Chef ziehen in Dauerschleife durch den Kopf.

Auch wenn noch nicht ganz klar ist, ob Schlafstörungen die Folge oder der Wegbereiter von Depressionen sind – Studien belegen einen engen Zusammenhang. So können Schlafstörungen die Symptome einer schweren Depression sein. Untersuchungen zeigen aber auch, dass schlechter Schlaf das Risiko, depressiv zu werden, um ein Vierfaches erhöht.

Ursachen von Schlafstörungen bei Depressionen

Untersuchungen im Schlaflabor geben verschiedene Erklärungsansätze für die Schlaflosigkeit. Durch das Messen von Hirnströmen lässt sich bei Depressiven ein besonders stabiler Wachzustand und ein nur leichter Schlafzustand nachweisen. Dazu kommt folgende Erkenntnis: Wer depressiv ist, hat meist eine verkürzte Tiefschlafphase. Infolgedessen tritt die REM-Phase (rapide eye movement) früher auf, was ein Grund für die schlechte Schlafqualität sein kann. In der REM-Phase bewegen sich die Augen schnell unter geschlossenen Lidern und der Mensch beginnt zu träumen.

Wissenschaftler haben zudem herausgefunden, dass sich auch Hormonwerte negativ auf den Schlaf auswirken können. Nach ersten Erkenntnissen bildet der Körper von Depressiven in der ersten Schlafphase weniger Wachstumshormon. Dieses Hormon fördert den Tiefschlaf, der bei Menschen mit Depressionen kürzer ist. Auch das Stresshormon Kortisol kann den Schlaf stören und für andauernde Wachheit sorgen. Eigentlich hat es die Aufgabe, die Funktionen des Körpers auf hohe Belastungen vorzubereiten. Dafür lässt es beispielsweise den Puls und den Blutdruck nach oben steigen.

Wenn bei Dir Schlafstörungen in Kombination mit depressiven Verstimmungen auftreten sollten, wende Dich unbedingt an Deinen Arzt. Er weiß, welche Therapie für dich in diesem Fall die beste Wahl ist.

Durch Depressionen verursachten Schlafproblemen entgegenwirken

Darüber hinaus ist ein konsequentes Einhalten Deiner Therapie die beste Voraussetzung, um MS-Symptome wie Depressionen und daraus resultierende Schlafstörungen zu vermeiden. Wenn Du Dich durchweg an Deine vom Arzt verordnete Therapie hältst, also adhärent bist, kann weiterer Krankheitsaktivität und somit einem Fortschreiten Deiner MS optimal vorgebeugt werden. Wie Du sicher weißt, können MS-Patienten die Krankheitsaktivität häufig nicht spüren. MRT-Aufnahmen können diese besser aufdecken. Deshalb ist es auch wichtig, dass Du regelmäßig zu Kontrollterminen gehst.

Tipps bei Schlafproblemen

Folgende Tipps können Dir bei Schlafproblemen zusätzlich helfen:

  • Nutze das Bett nur zum Schlafen
  • Gehe regelmäßig zur gleichen Zeit schlafen und stehe zur gleichen Zeit auf
  • Hole verlorenen Schlaf nicht nach
  • Bewegung an der frischen Luft macht müde
  • Dein Schlafzimmer sollte ruhig und dunkel sein
  • Trinke keinen Kaffee nach 16 Uhr
  • Mache Entspannungsübungen und Achtsamkeitstraining zum Abschalten
  • Trinke einen Schlaftrunk aus warmer Milch mit Honig

Kurz & Knapp:

Depressionen, ein weitverbreitetes MS-Symptom, und Schlafstörungen stehen in engem Zusammenhang. Dafür gibt es verschiedene Erklärungsansätze. Ein wichtiger Aspekt, um Krankheitsaktivität und MS-Symptome wie Depressionen und Schlafstörungen zu vermeiden, ist die kontinuierliche Fortführung Deiner Therapie.

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