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Grundlagen

Orthesen bei MS: Unterstützung für einen sicheren Gang

5 Minuten

Veröffentlicht am 27.11.2019  von  trotz ms Redaktion

Bei vielen Betroffenen führt die MS zu Gangunsicherheiten und damit zu einer eingeschränkten Mobilität. Spezielle Hilfsmittel, sogenannte Orthesen, können beim Gehen unterstützen, das Risiko für Stürze vermindern und die Mobilität steigern.

Symbolbild Baum mit Orthese

Ein unsicherer Gang und häufiges Stolpern behindern Deine Mobilität? Damit bist Du nicht allein: 50 Prozent der MS-Betroffenen geben an, unter einem eingeschränkten Gehvermögen zu leiden.* Bei der progredienten Verlaufsform PPMS sind Schwierigkeiten beim Gehen sogar häufig das erste Symptom. Spezielle Schienen, Orthesen genannt, können Dich bei Gangunsicherheiten unterstützen und Dir mehr Unabhängigkeit im Alltag ermöglichen.

Orthesen sind orthopädische Hilfsmittel, die beispielsweise zur Stabilisierung, Entlastung oder Ruhigstellung bestimmter Körperteile zum Einsatz kommen.

Wann können Orthesen bei MS helfen?

Gangschwierigkeiten bei MS beruhen häufig auf einer Fußheberschwäche, auch „Fallfuß“ genannt. Dabei ist ein bestimmter Nerv durch die MS so in seiner Funktion gestört, dass der Betroffene den Fuß beim Gehen nicht mehr richtig anheben und abrollen kann. Stattdessen hängt die Fußspitze herab und schleift über den Boden – Stolpern ist so vorprogrammiert. Aber auch Spastiken in den Beinen oder Füßen können zu Schwierigkeiten beim Gehen führen. In beiden Fällen können Orthesen helfen: Spezielle Schienen stabilisieren den Fuß bzw. das Bein und unterstützen den Bewegungsablauf beim Gehen. Der Gang verbessert sich und das Risiko für Stürze wird gemindert.

Fußschrittmacher: Funktionelle Elektrische Stimulation (FES)

Bei der FES sendet eine Manschette am Unterschenkel elektrische Signale an den Fußanhebermuskel. So ersetzt sie die Funktion des bei der Fußheberschwäche geschädigten Nervs. Dadurch wird der Fuß im richtigen Moment angehoben. Zumindest auf kurzen Strecken kann der „Fußschrittmacher“ Dir das Gehen erleichtern.

Wie bekomme ich eine Orthese?

Wenn Du Schwierigkeiten beim Gehen hast, solltest Du das mit Deinem Arzt besprechen. Er kann einschätzen, ob eine Orthese für Dich infrage kommt und Dir ein Rezept dafür ausstellen. Dann übernimmt Deine Krankenkasse die Kosten für die Orthese und Du musst nur einen Eigenanteil von 10 Prozent bzw. maximal 10 Euro zuzahlen. Orthesen bekommst Du in einem Sanitätshaus vor Ort. Hier kann das Hilfsmittel individuell angepasst werden. Achte darauf, dass Du Dir das korrekte An- und Ausziehen der Orthese genau erklären lässt.

Du möchtest mehr über Orthesen bei MS wissen? In ihrem Video berichtet „STARKE WORTE“-Redakteurin Simone über ihre Erfahrungen mit dem Hilfsmittel.

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