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Grundlagen

Aus dem Bauch der B-Zelle: Oligoklonale Banden

4 Minuten

Veröffentlicht am 29.12.2017 von trotz ms Redaktion

Bei etwa drei Viertel der MS-Betroffenen sind sie im Nervenwasser nachzuweisen: oligoklonale Banden. Ihr Auftreten ist zwar kein sicherer Beweis für das Vorliegen einer MS, aber ein deutlicher Hinweis.

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Oligoklonale Banden werden durch Antikörper gebildet und können durch die Liquordiagnostik nachgewiesen werden.

Was sind oligoklonale Banden?

Dein Arzt hat bei der Untersuchung Deines Nervenwassers oligoklonale Banden nachgewiesen. Jetzt fragst Du Dich vielleicht, was eigentlich dahintersteckt.

Bei der MS richten sich Antikörper, die von B-Zellen des Immunsystems bei Infektionen oder Entzündungen gebildet werden, gegen das körpereigene Nervensystem. Besteht der Verdacht auf eine MS, ist die Entnahme und Untersuchung des Nervenwasser eines von mehreren Diagnoseverfahren.

Nachdem das Nervenwasser entnommen und im Labor aufbereitet worden ist, können Antikörper ihrer Größe nach aufgetrennt und sichtbar gemacht werden. Bei dieser Methode entsteht für jede Art von Antikörper ein sichtbarer Streifen, die sogenannte „Bande“. Sind bestimmte Arten von Antikörpern vermehrt vorhanden, ergibt sich ein charakteristisches Muster aus oligoklonalen Banden.

Aufschlussreich: Oligoklonale Banden bei der MS-Diagnose

Die Entzündungsprozesse im Zentralen Nervensystem bei MS führen zu einer übermäßigen Bildung von Antikörpern. Da das Nervengewebe des ZNS in engem Kontakt zum Liquor, dem Nervenwasser, steht, werden die Antikörper in diesen abgegeben. Bei der Untersuchung des Nervenwassers (Liquordiagnostik) zeigen sich diese Antikörper dann in zahlreichen oligoklonalen Banden. Um sicherzustellen, dass diese Antikörper lokal im ZNS gebildet wurden, vergleicht der Arzt das Bandenmuster des Liquors mit dem Muster einer parallel entnommenen Blutprobe: Banden, die nur im Liquor und nicht in der Blutprobe zu finden sind, kennzeichnen die Bildung der Antikörper direkt im ZNS.

Das Auftreten von oligoklonalen Banden im Nervenwasser belegt zwar einen chronisch-entzündlichen Prozess im ZNS, beweist aber nicht zwingend das Vorliegen einer MS. Für eine sichere MS-Diagnose sind deshalb weitere Diagnoseverfahren notwendig.

Was ist der Liquor?

Das als „Liquor cerebrospinalis“ bezeichnete Nervenwasser ist eine Flüssigkeit, die das Zentrale Nervensystem – bestehend aus Gehirn und Rückenmark – umspült. Der Liquor schützt das ZNS und dient der Versorgung des Nervengewebes.

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