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Forschung

Drei Symptome, mit denen die MS am häufigsten beginnt

6 Minuten

Veröffentlicht am 20.03.2019  von  Onmeda

"Krankheit mit 1.000 Gesichtern" wird die multiple Sklerose wegen der Vielzahl möglicher Beschwerden genannt. Doch drei Symptome stehen besonders häufig am Anfang der MS.

Frau mit Unterarm vor dem Gesicht, auf dem geschlossene Augen aufgemalt sind

Multiple Sklerose (MS) beginnt oft mit Beschwerden, die viele Menschen vermutlich nicht gleich mit der Nervenerkrankung in Verbindung bringen. Deshalb ist es selbst für Ärzte oft nicht ganz einfach, MS zu diagnostizieren. Eine aktuelle Auswertung des MS-Registers der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG) zeigt, dass drei Symptome besonders häufig auftreten, mit denen sich eine MS ankündigt:

  1. Störungen der Sensibilität
  2. Störungen des Sehens
  3. Störungen der Motorik

Großer Datenschatz

Das MS-Register umfasst die Daten von rund 30.000 Patienten, die an 180 verschiedenen MS-Zentren in Deutschland behandelt werden. Die Analyse ergab, dass 61 Prozent der MS-Patienten zu Beginn ihrer MS unter Sensibilitätsstörungen leiden. Dabei ist die Wahrnehmung von Sinnesreizen verändert. Typisch sind Missempfindungen und Gefühlsstörungen wie Brennen, Kribbeln oder Taubheitsgefühle.

Das zweite häufige Symptom, das auf eine MS hindeutet, sind Sehstörungen: zum Beispiel dass man verschwommen sieht. Bei 39 Prozent der Patienten mit MS stehen sie am Anfang der Erkrankung. Mit 38 Prozent fast genauso viele MS-Patienten entwickeln zu Beginn der Autoimmunkrankheit motorische Störungen. Sie stellen also zum Beispiel Lähmungserscheinungen als frühe Symptome bei sich fest.

Auch seltenere Symptome können auf MS hindeuten

Daneben identifizierten die Forscher noch andere Beschwerden, die zwar selten am Anfang der MS stehen, aber ebenfalls auf die Nervenerkrankung hindeuten können:

  • Eine Störung im Kleinhirn, die zu Problemen bei der Koordination und Feinmotorik sowie zu nicht kontrollierbarem Zittern führt, erlebten 21 Prozent der neu erkrankten MS-Patienten.
  • Bei 21 Prozent waren die Funktionen des Hirnstamms gestört. Dies äußert sich unter anderem in Form von Doppelbildern, einer Hörminderung, Gefühlsstörungen oder Gesichtslähmungen. Typisch sind dann auch Sprach- und Schluckstörungen.
  • Seltener fanden die Wissenschaftler anfangs Symptome wie schnelle Erschöpfung oder Blasenstörungen. Diese entwickeln sich zumeist erst im weiteren Krankheitsverlauf.

Symptome, unter denen MS-Patienten später am häufigsten leiden

Neben solchen frühen Symptomen haben Patienten später noch mit anderen Beschwerden zu kämpfen, wie die Auswertung des MS-Registers zeigt.

  • 50 Prozent der Befragten gaben an, nicht ausreichend gut laufen zu können.
  • Jeder dritte Patient leidet unter einer Spastik. Dabei spannen sich die Muskeln extrem an und versteifen, vor allem in den Beinen. Deshalb sind Spastiken oft mit Gangstörungen oder eingeschränktem Gehvermögen verknüpft.

Die Forscher wollten zudem wissen, ob und welche Maßnahmen Ärzte gegen diese Beschwerden ergreifen. Bei 17 Prozent der jeweils Betroffenen blieben die Gehprobleme unbehandelt, bei den Spastiken waren es 15 Prozent. Am häufigsten behandeln Neurologen die Gehstörungen ohne Medikamente (57 Prozent), sondern mit Physiotherapie und Hilfsmitteln. Medikamente gegen die Gehstörungen erhalten nur rund 9 Prozent der MS-Patienten.

37 Prozent der Menschen, die infolge ihrer MS unter Spastiken leiden, erhalten Medikamente und nicht-medikamentöse Behandlungen (Physiotherapie, Hilfsmittel) zugleich. Fast genauso viele bekommen eine Therapie ohne Medikamente und 27 Prozent ausschließlich Medikamente.

Quelle:

Online-Informationen der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft (DMSG): www.dmsg.de (Abrufdatum: 26.10.2018)

*Quelle: www.onmeda.de

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