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Diagnose

MS auf der Spur: Spielen Umweltfaktoren eine Rolle?

4 Minuten

Veröffentlicht am 15.09.2017  von  trotz ms Redaktion

Bestimmte Umweltfaktoren könnten Auslöser von Multipler Sklerose (MS) sein. In welchem Grad sie an der Entstehung der Erkrankung beteiligt sind, steht jedoch nicht fest.

Blüten mit einer Lupe betrachtet

Einfluss der Umwelt belegt

Dein Wohnort, die klimatischen Bedingungen und auch Umweltgifte könnten das Auftreten Deiner MS mit beeinflusst haben. Eine Studie mit eineiigen Zwillingen belegt, dass trotz gleichen Erbguts nur in 30 Prozent der untersuchten Fälle beide Geschwister an MS erkrankt sind. Deshalb gehen Forscher davon aus, dass Umwelteinflüsse beim Verursachen von MS neben Erbfaktoren einen tragenden Einfluss haben.

Die weltweit ungleiche Verteilung von MS belegt: Klima und die geographische Lage können offenbar das Auftreten der Autoimmunkrankheit begünstigen. Demnach ist MS vor allem in kühleren, nicht tropischen oder subtropischen Gegenden zwischen dem 40. und 60. Breitengrad der nördlichen Halbkugel verbreitet. In Nord- und Mittelamerika sowie Nordeuropa treten zum Beispiel vermehrt MS-Erkrankungen auf.

In Deutschland haben ca. 200.000 Menschen MS

Eine mögliche Erklärung dafür bietet die sogenannte UV-Licht-Hypothese. Demnach tritt in Ländern mit einer höheren Sonnenscheindauer MS seltener auf. Der Grund: Wenn die Sonne auf die Haut trifft, bildet der Körper Vitamin D. Das Vitamin, so vermuten Forscher, soll eine entzündungshemmende Wirkung haben und auch die für MS typischen Entzündungen im Gehirn mindern.

Auch Infektionskrankheiten, denen die Betroffenen im Laufe ihres Lebens ausgesetzt waren, werden in Zusammenhang mit MS gebracht. Hier wird diskutiert, ob bestimmte Krankheitserreger, darunter z.B. das Epstein-Barr-Virus dieselben Immunzellen aktivieren, die später auch Myelin erkennen und angreifen.

Darüber hinaus erforschen Wissenschaftler zur Zeit intensiv den Zusammenhang zwischen Lebensgewohnheiten wie zum Beispiel der Ernährung, sportlicher Aktivität und Rauchen mit dem MS-Risiko. Hier gilt als belegt, dass Rauchen das MS-Risiko erhöht und den Verlauf verschlechtern kann. Obwohl allerdings laut Studien ein Zusammenhang zwischen Lebensstil und MS besteht, ist gesichert, dass eine ungesunde Lebensweise allein MS nicht auslösen kann.

Es gibt auch nicht „den” Umweltfaktor, der die MS auslöst, sondern vermutlich spielen im einzelnen Fall viele Faktoren zusammen, damit MS bei bestimmten Personen entstehen kann.

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