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Sport

Wintersport: Skifahren mit MS

7 Minuten

Veröffentlicht am 05.01.2018 von trotz ms Redaktion

Klare Bergluft, ein atemberaubendes Panorama und in der Sonne glitzernder Schnee – Skifahren ist ein Erlebnis für alle Sinne. Die Bewegung an der kalten Luft tut gut und macht Riesenspaß. Also: Ab auf die Piste!

Skifahrer im Schnee

Skifahren steigert das Glücksgefühl und die Zufriedenheit. Das ist wissenschaftlich belegt.

Mehr als nur Sport: Gesunder Freizeitspaß

Skifahren hat viele positive Effekte auf Deinen Körper, die auch MS-Symptome verbessern können. Du stärkst zahlreiche Muskelgruppen, Bänder und Sehnen. Durch das Halten des Gleichgewichts und die ständige Gewichtsverlagerung beim Skifahren trainierst Du Deine Koordination und Deine Reflexe. Skifahren gilt als Ausdauersport, der Dein Herz-Kreislauf-System günstig beeinflusst. Das Gute daran: Der Skifahrer empfindet das Erlebnis auf der Piste meist weniger als schweißtreibende Anstrengung, sondern vielmehr als Freizeitspaß. Die Bewegung in größeren Höhen wirkt wie ein Frischekick für Dein Blut: Hier oben ist die Luft dünner und Dein Körper bildet vermehrt rote Blutkörperchen, die den Sauerstoff zu den Zellen transportieren. Zudem hat die Sonne in den Bergen eine größere Kraft, wodurch die Vitamin-D-Produktion im Körper angeregt wird – dies ist gerade in der dunklen Jahreszeit wichtig.

Skifahren macht glücklich!

Skifahren steigert das Glücksgefühl und die Zufriedenheit. Das ist wissenschaftlich belegt. Als Grund dafür nennen Forscher den sogenannten „Flow“: Ein geistiger Zustand, der eintritt, wenn man sich einer Aktivität vollkommen hingibt und alles um sich herum vergisst. So kann der Sport helfen, psychischen Erkrankungen vorzubeugen und Stress abzubauen. Das gilt sogar dann, wenn Du nur unregelmäßig auf Skiern stehst. Da Du Dich beim Skifahren immer neuen Herausforderungen stellst, stärkst Du zudem Dein Selbstbewusstsein. Die ungezwungene Stimmung auf der Piste und auf den Hütten macht es Dir leicht, neue Kontakte zu knüpfen.

Für jeden die richtige Ausrüstung

Stehend, sitzend oder in Begleitung: Bist Du körperlich eingeschränkt, gibt es verschiedene Alternativen, die Dir den Spaß auf der Piste ermöglichen:

  • Krückenskier (Stabilos): Diese Skistöcke bestehen aus Unterarmstützen, an deren Enden über ein Gelenk kleine Mini-Skier angebracht sind. Sie helfen Dir dabei, beim Skifahren das Gleichgewicht zu halten
  • Monoski: Auf einem einzelnen Ski ist eine Sitzschale montiert. Um bei der Abfahrt im Sitzen das Gleichgewicht zu halten, benutzt Du zwei kurze Krückenskier.
  • Skibob (Snow-/Skibike): Der Skibob sieht aus wie ein kleines Fahrrad, das anstelle von Rädern Skier montiert hat. Bei der Abfahrt lenkst Du mit dem vorderen Ski. An Deinen Füßen hast Du Mini-Skier angeschnallt, die Dir beim Lenken und Gleichgewicht halten helfen.
  • Bi-Ski: Der Bi-Ski ähnelt einem Rollstuhl auf Kufen. Eine Begleitperson, die ein erfahrener Skifahrer sein sollte, lenkt den Bi-Ski über eine Haltestange die Piste herunter. Durch Gewichtsverlagerung kannst Du dabei helfen, die Richtung zu wechseln.

Auch mit einer Sehbehinderung kannst Du eigenständig auf Skiern die Piste herunterfahren: Eine Begleitperson lenkt Dich durch Zurufe die Abfahrt hinunter. Hierfür solltet Ihr aber zusammen einen Kurs besuchen, in dem Ihr eine individuelle Führungsmethode erarbeiten könnt.

Abfahrtsski ist Dir zu rasant? Probiere es doch einfach mal mit Langlauf!

Das sollte auf der Piste nie fehlen:

  • Helm und Rückenprotektor
  • Wasserdichte Handschuhe
  • Gute Skibrille, die zuverlässig vor UV-Strahlung schützt
  • Gute Funktionskleidung, um Frieren oder übermäßiges Schwitzen zu vermeiden
  • Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor und Kälteschutz
    Pistenplan des Skigebiets

Wenn Du noch nie Ski gefahren bist oder Dich durch die MS unsicher fühlst, solltest Du an einem Skikurs teilnehmen. Der gemeinnützige Verein PSO-Freizeit bietet Kurse für Menschen mit Behinderung an. Hier kann auch Dein Partner oder ein Familienmitglied als Begleitperson und im Umgang mit den verschiedenen Hilfsmitteln geschult werden.

*Quelle: Lee, H.-W. et al.: Rediscovering the Positive Psychology of Sport Participation: Happiness in a Ski Resort Context. Applied Research in Quality of Life (2013).

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