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Lara, MS-Betroffene, 24 Jahre

Lara

Qigong – mein Training für die Lebenskraft

11 Minuten

Veröffentlicht am 23.08.2018 von Lara

Nach einem langen Arbeitstag, wenn ich einen Moment Ruhe benötige oder meine Gedanken schweifen lassen will, genau dann mache ich Qigong. Qigong ist eine Meditations- und Bewegungsform der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) und findet unter anderem Anwendung in der Gesundheitsvorsorge und im Buddhismus. Ich möchte Euch einen kleinen Einblick in die Wirkungsweise von Qigong geben und ein paar tolle Übungen vorstellen.

Was macht Qigong für mich aus?

Qigong hat das Ziel, das eigene Qi (= Lebensenergie, Vitalität) in Einklang zu bringen und im Körper fließen zu lassen. Dieser Energiefluss wird in den fließenden und stetigen Bewegungen der Übungen widergespiegelt. Bei mehreren Kursen habe ich die einzelnen Qigong-Übungen kennen und lieben gelernt.

Beim Qigong konzentriere ich mich voll und ganz auf mich. Ich schärfe meine Sinne und versuche mein Qi über die Energieleitbahnen (= Meridiane) in meinen Körper fließen zu lassen. Die Übungen sind nicht anstrengend und können im Stehen, Liegen und Sitzen ausgeübt werden. Außerdem kann ich, wann und wo ich möchte, Qigong ausüben. Ich nehme mir bewusst Zeit für mich und mein Wohlbefinden. Qigong hilft mir, meinen Körper gezielt wahrzunehmen und die Energie, das Qi, bewusst zu fühlen.

Qigong als unterstützende Maßnahme bei MS?

Grundsätzlich hat jede MS-Erkrankung andere Symptome und Voraussetzungen, daher möchte ich in Bezug auf die MS auf meine persönlichen Erfahrungen eingehen. Zusätzliche gesundheitsfördernde und krankheitsvorbeugende Maßnahmen bringen immer einen Mehrwert für Dein Leben und Deine Gesundheit. Daher ist Qigong nicht nur sinnvoll für MSler, sondern für alle Menschen, die sich und ihrer Gesundheit etwas Gutes tun wollen.

Die Wirkungsweisen von Qigong sind tief mit den Grundgedanken der TCM verflochten. Die TCM und der Leitfaden des Qigong sehen Körper, Seele und Geist als ein Ganzes. Zudem wird das Zusammenspiel zwischen Natur und Mensch als grundlegendes Element wahrgenommen. Nach Auffassung der TCM kann Qigong unter anderem folgende Wirkungen auf Dich und Deinen Körper haben:

  • stärkt das Immunsystem und die Selbstheilungskräfte
  • lindert akute Beschwerden
  • fördert die Beweglichkeit und das Wohlbefinden
  • reguliert den Energiefluss im Körper und stimuliert das Nervensystem
  • fördert die Konzentrationsfähigkeit und Entspannung

Ich persönlich kann diese Auswirkungen nur bestätigen. Nach jeder Qigong-Übung fühle ich mich vital und voller Energie. Ich kann entspannen und gleichzeitig Kraft schöpfen für bevorstehende Herausforderungen.

Ein kleiner Einblick in Qigong

Abschließend möchte ich einige Qigong-Übungen vorstellen und zum Nachmachen motivieren. Jede Übung kann einzeln ausgeführt und wiederholt oder in einer Bewegungsabfolge ausgeübt werden. Mir persönlich gefällt besonders die Bewegungsabfolge Taiji-Qigong nach Shibashi mit achtzehn aufeinanderfolgenden Übungen, die für Anfänger besonders gut geeignet sind.

In den nachfolgenden Bilderreihen siehst Du die ersten drei Übungen der Abfolge. Der Fokus dieser Übungen liegt auf dem Ein- und Ausatmen und weichen, fließenden Bewegungen. Am besten ziehst Du Dir bequeme Klamotten an und suchst Dir ein ruhiges Plätzchen. Bevor Du mit der Qigong-Übung beginnst, wärme Dich etwas auf und konzentriere Dich auf Deinen Körper.

Qigong Position 1a

Qigong Position 1b

Qigong Position 1c

Qigong Position 2a

Qigong Position 2b

Qigong Position 2c

Qigong Position 2d

Qigong Position 3a

Qigong Position 3b

Qigong Position 3c

Qigong Position 3d

Qigong Position 3e

Qigong Position 3f

Das Qi wecken

In aufrechtem, schulterbreiten Stand werden die Arme, mit den Handflächen nach unten zeigend, langsam nach oben gehoben. Dabei wird eingeatmet. In Höhe der Schultern wird die Bewegungsrichtung geändert, die Arme sinken bis zum Bauch. Dabei gehst Du leicht in die Knie und atmest aus. Wie das aussieht, kannst Du Dir in meiner Bildergalerie (Bilder 1-3) anschauen.

Die Brust öffnen

Du beugst die Knie und hebst die Arme senkrecht vor Dich. Dann gehst Du in einen aufrechten schulterbreiten Stand und führst die Arme, mit den Handflächen nach unten zeigend, langsam bis zur Brust nach oben. Dabei wird eingeatmet. In Höhe der Brust werden die Handflächen nach innen gedreht. Anschließend werden die Arme nach außen geöffnet. Danach sinken die Arme und es wird ausgeatmet. Abschließend wie beim „Qi wecken“ die Arme langsam zur Brust heben und einatmen und anschließend, mit den Handflächen nach unten zeigend, wieder sinken lassen und ausatmen (Bilder 4-7).

Den Regenbogen schwingen

Im aufrechten schulterbreiten Stand werden die Arme, mit den Handflächen nach unten zeigend, langsam bis zur Brust nach oben gehoben. Dabei wird eingeatmet. Die Hände anschließend über den Kopf heben, das Körpergewicht auf das rechte Bein verlagern, die linke Zehenspitze nach außen drehen. Der rechte Arm bleibt über dem Kopf und der linke Arm bewegt sich in einem fließenden Bogen zur linken Seite. Der Blick ist zur linken Handfläche gerichtet. Dabei wird ausgeatmet. Anschließend wird der linke Arm zur Mitte nach oben gehoben, es wird eingeatmet. Abschließend den Körperschwerpunkt auf das linke Bein verlagern und seitenverkehrt wiederholen (Bilder 8-13).

vgl. hierfür und für folgende Absätze: http://www.energie-in-bewegung.info/upload/18 Bewegungen.pdf (zuletzt geladen am: 18.06.2018)

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