Zurück

Andrea, MS-Betroffene, 36 Jahre

Betroffene

MS-Betroffene Andrea stellt sich vor

6 Minuten

Veröffentlicht am 22.01.2018  von  Andrea

In ihren Beiträgen erzählt Andrea aus ihrem Leben, ihren Erfahrungen mit MS aus verschiedenen Blickwinkeln und ihrer großen Vision, anderen Menschen zu neuer Kraft zu verhelfen.

Ich, Andrea, bin 36 Jahre alt (echt schon?!), Tirolerin und lebe mit meinen drei Jungs im schönen (Ober-)Franken. Meine drei Jungs das sind mein Mann, mein sechsjähriger Sohn und unser Labrador Retriever Quinn. Was eine Tirolerin nach Franken verschlägt kann man sich fragen – und wie so oft gibt es darauf meist nur eine plausible Erklärung: die Liebe. Über den Umweg Paris (Au-Pair-Station nach der Matura – aka Abitur) bin ich 2000 für mein Studium in Bayreuth gelandet – und durch die Liebe hängen geblieben. Nach dem Studium ging alles einen recht üblichen Weg: Einstieg in das Berufsleben und Schritt für Schritt die Karriereleiter nach oben.

MS ist schon seit meiner Kindheit Teil meines Lebens

Die Krankheit Multiple Sklerose ist schon seit über 30 Jahren in meinem Leben. Als ich fünf Jahre alt war, wurde die Krankheit bei meiner Mutter diagnostiziert. 2006 wurde dann die schubhaft remittierende Form bei mir festgestellt. Die Diagnose nahm ich damals recht locker – im Nachhinein wohl etwas zu locker.

„Das Leben gibt Dir solange dieselbe Aufgabe, bis Du sie löst“ (Laura Malina Seiler)

So lebte ich mein Leben einfach weiter, definitiv mit großen Tendenzen zum Workaholic und ab und zu mit leichten Schüben. Da ich diese aber mit Stoßtherapien immer wieder in den Griff bekam, schenkte ich diesen Signalen nie die nötige Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit. 2014 kam dann allerdings der BIG BANG. Mittlerweile hatte ich geheiratet, meinen Sohn bekommen und war nach einem Jahr wieder in meinen Beruf als HR-Managerin im Bereich Personalentwicklung eingestiegen – vorerst „nur“ in Teilzeit. Zusammen mit den Aufgaben als Vollzeit-Mama, den üblichen Anforderungen des Alltags und einer ordentlichen Portion Perfektionismus war dies jedoch eine explosive Mischung. So folgte im Sommer 2014 das, was man rückblickend nur als logische Konsequenz betiteln kann: ein heftiger MS Schub, der mir sprichwörtlich den Boden unter den Füßen weggezogen hat. Ich war über drei Monate aus meinem Beruf raus und hatte viel Zeit nachzudenken.

„Nichts ist mächtiger als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“ (Victor Hugo)

2014 war somit der Wendepunkt in meinem Leben. Ich beschloss eine zweijährige Yogalehrer-Ausbildung zu machen. Im ersten Ansatz nicht, um selber zu unterrichten, sondern um einfach tiefer in das ganze Thema und die Philosophie dahinter einzutauchen. Ich merkte allerdings schnell, dass ich die positiven Effekte von Yoga nicht für mich behalten möchte, und so entstand langsam aber sicher der Wunsch, tatsächlich auch selbst zu unterrichten. Da mir das Schicksal zusätzlich noch in die Karten spielte und in meiner alten Firma 950 Stellen abgebaut wurden – darunter auch mein Job – wage ich nun den Sprung in die Selbstständigkeit. Was soll ich sagen: Es ist so, als ob das Universum nur darauf gewartet hätte, Altes los zu lassen, um die Hände für Neues frei zu haben.

Meine Vision ist es, Menschen durch meine eigenen Erfahrungen zu inspirieren und ihnen zu mehr Kraft zu verhelfen. Ich bin sehr gespannt, wohin mich meine Reise noch führen wird, und freue mich, wenn Du mich ein Stück auf meinem Weg begleitest – und ich Dich.

Flow on und Namasté

Andrea

Deine Empfehlungen